Magazinrundschau - Archiv

IEEE Spectrum

1 Presseschau-Absatz

Magazinrundschau vom 02.05.2017 - IEEE Spectrum

Die Digitalisierung des Kinos macht gerade und besonders auch vor dem Backkatalog der großen Produktionsgesellschaften - und damit vor einem signifikanten Teil der Filmgeschichte - nicht halt. In einem instruktiven Hintergrundartikel macht Marty Perlmutter kenntlich, dass sich die einst als kostengünstig angepriesene Lagerung digitaler Abtastungen auf Magnetband-Cartridges längst als kostenintensives Fass ohne Boden entpuppt hat, das zudem noch die Langzeit-Lagerung der Daten infrage stellt. Das liegt an den immer neuen Standards, deren Abspielgeräte in der Regel nur zwei Generationen abwärtskompatibel sind. Weiten Teilen der Archivbestände droht damit das Schicksal, trotz makelloser physischer Überlieferung inhaltlich unzugänglich zu werden, sofern nicht ständig Backups erstellt werden. "Was kostet es, von einem LTO-Tapeformat zum nächsten zu migrieren? Dino Everett, der Archivar der University of Southern California, nennt eine vor kurzem geleistete Restaurierung des Klassikers 'Die Roten Schuhe' von 1948. 'Der Film war auf LTO-3 gelagert', sagt Everett. 'Als LTO-5 herauskam, bezifferten sich die Kosten für den Transfer auf zwischen 20 und 40.000 Dollar.' Jetzt, da sich der Film auf LTO-5 befindet, muss er bald auf LTO-7 migrieren. Für ein großes Filmarchiv belaufen sich die Kosten der Datenmigration auf einige Millionen. Ein einzelnes LTO7-Cartridge kostet 115 Dollar, ein Archiv, das 50.000 Cartridges benötigt, muss also etwa 5,75 Millionen dafür hinlegen, vielleicht ein bisschen weniger bei Mengenrabatt. ... Der Leiter eines digitalen Archivs eines Major-Studios, der namentlich ungenannt bleiben will, berichtete, dass es etwa 20.000 Dollar pro Jahr kostet, einen Film inklusive anhängendes Material wie Trailer und nicht verwendetes Material digital zu hinterlegen."