Putinismus sei "Gefolgschaft plus Korruption", hatte der 2015 ermordete Oppositionspolitiker
Boris Nemzow einst erklärt und für die Olympischen Winterspielen von Sotschi ausgerechnet, dass sie mit 51 Milliarden Dollar die teuersten aller Zeiten waren. Für die WM gibt es keine zuverlässigen Zahlen, der Kreml spricht von 11,8 Milliarden Dollar, aber weder
Transparency International noch russische NGOs trauen dieser Zahl. Grit Hartmann hat in einem tollen, hervorragend recherchierten Report
festgehalten, wer von der Weltmeisterschaft am meisten profitiert: "
Der FC Kreml. Bestehend aus
zehn Oligarchen und einem Minister. Auf der Ersatzbank: etliche weitere Spieler. Aber das hier sind die wichtigsten. 1. Linker Verteidiger:
Gennadi Timtschenko. Er ist ein alter Freund aus St. Petersburger Tagen, spielt mit Putin Eishockey und steht der nationalen Eishockey-Liga KHL vor. Auf knapp
17 Milliarden Dollar wird sein Vermögen aktuell taxiert, damit ist er der fünftreichste Mensch in Russland. Sein Aufstieg begann mit einer Lizenz zum Ölexport, von Putin erteilt. Und einem damit verbundenen Betrug, der aufflog, aber nie geahndet wurde. 2014 verkaufte Timtschenko seine Anteile an Gunvor, den damals zweitgrößten Ölhändler der Welt, mit Zentrale in Genf. Einen Tag später stand Timtschenko
auf der Sanktionsliste, mit der der Westen auf die Krim-Annexion reagierte.
Glück gehabt! Putin halte verdeckt Anteile an Gunvor, lautete damals die Begründung des US-Finanzministeriums - die Männerfreunde bestritten, selbstverständlich. Jetzt durfte Timtschenko zwei Fußballstadien bauen, in Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad, und Nischni Nowgorod, 400 Kilometer östlich von Moskau. Die tatsächlichen Kosten für die Stadien, der
Aufschlag unter Freunden? Unbekannt."