Stichwort

Essay

4 Presseschau-Absätze
Magazinrundschau 14.11.2019 […] sich John Palattella, Redakteur bei The Nation, Sorgen um die schöne Indifferenz des Essays. In unserer durchpolitisierten Zeit könnte der elegante Skeptizismus des Essays dem Zwang zur expliziten Positionierung weichen, fürchtet er: "Das Wort Essay ist bisher in den USA zwar noch keine Beleidigung, aber der Essay selber, wie Montaigne und Virginia Woolf ihn verstanden, ist in Verruf geraten. In der […] der goldenen Zeit der Ich-Bekenntnisse und der sozialen Medien mag das seltsam klingen, aber die ubiquitäre subjektive Meinungsäußerung hat weniger mit dem Essay zu tun als mit dem Überleben in der Aufmerksamkeitsökonomie … Ein Essay offenbart, wo die Auseinandersetzung des Verfassers mit sich selbst oder einer brennenden Frage zu einem zeitweisen Stillstand kommt. 'Was weiß ich?', fragt Montaigne und […] Essayisten nie lange glücklich mit ihrer eigenen Weisheit. Eine gesunde Dosis Skepsis, vor allem gegenüber politischen Fragen, wird heute allerdings von einigen als Pflicht betrachtet und als Grund, dem Essay gegenüber misstrauisch zu sein. Wie Jon Baskin und Anastasia Berg von The Point in einem aktuellen Artikel erklären, heben amerikanische Autoren der Linken seit der Wahl Trumps 2016 verstärkt die Bedeutung […]
Magazinrundschau 28.02.2017 […] Literaturdebatte mag für deutsche Leser nicht so von Belang sein, aber William Deresiewicz' Essay ist so leidenschaftlich und polemisch rasant geschrieben, dass er dennoch lohnt. Deresiewicz, der durch eine Kritik an amerikanischen Elite-Universitäten bekannt wurde, setzt sich mit John D'Agatas jüngst publizierten Essay-Anthologien auseinander, die er sich nur deshalb zur Brust nimmt, weil D'Agata Creative […] schlimmsten Studi-Sinn: weder Fiktion, noch Lyrik, noch Erinnerung, noch Essay, sondern sprachverliebtes Geschwätz, das alles und nichts zugleich ist, und formlos, monoton, selbstverliebt und stumpf." Am meisten aber wirft Deresiewicz dem Professor aus Iowa ein allzu liberales Verhältnis zu Fakten vor. Sein Gegenprogramm: "Der Essay zieht seine Stärke nicht aus der Trennung von Vernunft und Fantasie, sondern […]
Magazinrundschau 16.01.2017 […] ("Montaigne: A Life") den Erfinder des Liberalismus und des Essays nebst seiner Motivation vor: "Der erste Mittel, um mit der Verrücktheit der Politik klarzukommen, ist sich nicht von ihr verrückt machen zu lassen. 'Wenn ich sehe, was unter Ehrlichkeit verstanden wird, dann behüte Gott, dass ich ein ehrlicher Mann werde', schrieb Montaigne … Seine Essays stellen eine unpersönliche Form der Intimität her und […] ein Essay an einen unbekannten Vertrauten … Der Essayist baut auf die Illusion des intimen Bekenntnisses. 'Du bist mein bester Freund' - sagt Montaigne wie jeder ihm nachfolgende Essayist zum Leser. Durch die Dramatisierung einer Einsamkeit, die nur der Leser heilen kann, gehören die Bekenntnisse schließlich allen … Weit davon entfernt, der Isolation entsprungen zu sein, entstanden die Essays, während […] während Montaigne sich in der Politik engagierte, reiste und schließlich Bürgermeister von Bordeaux wurde. Statt in der Bibliothek, wie der Autor poetischerweise formulierte, entstanden die meisten Essays unterwegs als Diktat." Außerdem: Vinson Cunningham stellt Kirk Franklin, den neuen Gott des Gospels vor. Sheelah Kolhatkar untersucht den Fall des Börsenmaklers Steven A. Cohen, an dem sich US-Behörden […]