Stichwort

Expressionismus

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Leseprobe zu Linda Le: Flutwelle. Teil 2

Vorgeblättert 21.07.2014 […] Außerdem wäre sie mir total dankbar, wenn ich nicht jedes Mal ausrasten würde, bloß weil es mir nicht passte, dass sie auf Raves ging, Joints drehte, mit einem Punk zusammen war, an einem Tag Grunge trug und sich am nächsten Kettengürtel und Kampfstiefel kaufte, von allen Fächern nur das elementarste Grundwissen beherrschte, für ihre Hausarbeiten Bios aus dem Netz herunterlud, beim Probeabi schummelte, Namen von Schriftstellern verhunzte, deren Romane sie mal eben überflogen hatte, billige Fantasy-, Vampir- und Zombiegeschichten verschlang, alles für Quatsch hielt, was sie nicht raffte, erst einen Arschtritt brauchte, um Geo zu lernen, sich nachmittags lieber verzog, statt die Kapitel über den Kolonialismus zu wiederholen, gähnte, wenn ich ihr Stummfilme zeigte, aber Griffith super fand und Stroheim geil mit seinem Monokel und den abgefahrenen Drehbüchern, nur ins Kino ging, wenn Katastrophenfilme liefen, Strophen aus den Songs einer angesagten Gruppe abkupferte und an ein Fanzine schickte, auf die Kunsthochschule gehen wollte, obwohl sie sich nur für Pop-Art und ein bisschen für deutschen Expressionismus interessierte, dass ich sie immer ins Museum schleppen und ermahnen musste, die Ausstellungskataloge durchzublättern, dass sie mir "Misoneismus" vorhielt, ein Wort, das sie aus dem Hut gezaubert hatte, um meinen Widerwillen gegen alles Neue zu beschreiben. […]

Andere Künstlichkeit: Der 'Weimar Touch' in der Retrospektive

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2013 […] Der Titel - angelehnt vermutlich an den einst in Hollywood sprichwörtlichen "Lubitsch Touch" - scheint absichtlich unspezifisch gewählt: Auf welche Art von Filiation er hinaus möchte, ist nicht so ohne weiteres klar, er meldet keine eindeutigen Erbschaftsansprüche an, interessiert sich oft weniger für Regisseure, Drehbuchautoren, Produzenten denn für vermeintliche Nebensächlichkeiten: stilisiertes Dekor, kontrastreiche Ausleuchtung, manisch anmutendes overacting, die Oberflächenreize des Expressionismus, die von Weimar aus in die Filmgeschichte diffundierten. […] Von Lukas Foerster

Vorgeblättert

Vorgeblättert 29.03.2004 […] Der Einfluß der sogenannten primitiven Kunst wirkte sich in Deutschland etwas später als in Frankreich, dafür um so stärker aus. Der Expressionismus ist ohne ihre Kenntnis nicht zu denken. 1902 gelangten reliefgeschmückte Pfähle von den Palau-Inseln im westlichen Mikronesien, die 1900 bis 1902 deutsches Schutzgebiet waren, in das Dresdner Völkerkundemuseum und übten eine große Anziehungskraft auf Künstler aus, die Pilgerfahrten zu diesen Kunstwerken unternahmen. […]

We've got Goethe, we've got Schiller!

Post aus London 08.07.2003 […] Es ist tatsächlich fragwürdig - wie so vieles, nicht zuletzt, wer beispielsweise ein allumfassendes nationales Image bestimmen dürfte - , ob ein neu "ge-brand-etes" Deutschland beispielsweise Silvio Berlusconi beeindrucken würde - oder Kritiker wie Waldemar Januszczak: Vor ein paar Wochen musste er die Max-Beckmann-Austellung niederschreiben, und letzten Sonntag anlässlich der Werkschau von Ernst Ludwig Kirchner den deutschen Expressionismus ein für allemal erledigen. Bei so viel "deutscher" Kunst in London scheint der Beruf zur Qual zu werden. […] Von Henning Hoff
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