Stichwort

Hamlet

9 Presseschau-Absätze
Efeu 25.01.2020 […] Bild: Armin SmailovicMit "Hamlet" hat Jette Steckel am Hamburger Thalia Theater ihre dritte Shakespeare-Inszenierung angepackt. Nachtkritkerin Katrin Ullmann ist trotz großer SchauspielerInnen und opulentem Bühnenbild von Florian Lösche nicht recht überzeugt: "Sie arbeitet dann allerdings ohne klaren Fokus und macht aus fast jeder Szene eine Schauspiel-Szene. Entsprechend bekommen recht alberne Situationen […] einen "bunten und beherzten" Abend: "Es ist ein wahres Kinderspielspektakel, das Jette Steckel hier mit Elektropop und schweren Bässen anrichtet, mit Neckereien und pubertären Faxen, mit Grimassen, die Hamlet und Ophelia, seine Geliebte, schneiden." Besprochen wird Alexander Giesches Inszenierung von Max Frischs "Der Mensch erscheint im Holozän" am Zürcher Schauspielhaus (NZZ, nachtkritik), Julia Hölschers […]
Efeu 17.06.2019 […] Sandra Hüller. Schauspiel Bochum JU Bochum Einen solchen "Hamlet", wie ihn Johan Simons am Schauspielhaus Bochum mit einer furiosen Sandra Hüller in der Hauptrolle inszenierte, hat Nachtkritiker Andreas Wilink lange nicht gesehen: "Unbefangen, informell, ja, kinderleicht, als verlöre Schwermetall durch chemisches Zutun oder durch Alchemie sein stoffliches Gewicht, erzählt Simons das Drama ohne Druck […] Druck und Drang. Die bekannten Sentenzen und irre klugen Paradoxien hören wir wie zum ersten Mal. 'Hamlet' - eine Offenbarung. Jedes Zeremoniell ist aufgehoben. Es bleibt das Ritual in der Rahmung einer artifiziellen Installation. Die Inszenierung wagt es, zu tanzen mit Irritation und Widersinn, Verrat und Verlust, Spaß und Spott, Narretei und Drolerie, Tod und Verzweiflung. So gewinnt sie Schönheit […]
Efeu 28.11.2018 […] "Hamlet" in der JVA Plötzensee. Aufbruch-Theater. Foto: Thomas Aurin Die herrischen Gesten sitzen gut, bemerkt Tom Mustroph in der taz, und auch sonst hat ihn der "Hamlet" sehr überrascht, den das Aufbruch-Theater in der JVA Plötzensee gegeben hat: "Der kommt nicht gleich zögernd, zweifelnd und grübelnd daher, sondern ist ein kraftvoller Bursche, der mit Dingen ringt, die neu sind, nicht gleich […] begreiflich und deswegen verstörend. Die Kraft aber ist da, und die Verstörung ist kraftvoll. Der Versuch, das Intrigengespinst zu lösen, geht auch recht energisch vonstatten. Dieser Hamlet ist ein Checker, der um sein Recht zu begreifen kämpft und auch um sein Recht, Ordnung wiederherzustellen." In der Berliner Zeitung erlebt Janis El-Bira einen "sagenhaft virilen Laertes" und die Gefängnisbühne als […]
Efeu 15.09.2018 […] Szene aus "Hamlet" in Zürich. Foto © Matthias Horn Am Zürcher Schauspielhaus hatte Barbara Freys Inszenierung des "Hamlet" Premiere, mit Jan Bülow in einer Doppelrolle als Hamlet und Geist des ermordeten Vaters. "Es ist ein kluger Streich, den umhergeisternden Untoten und seinen blutsverwandten Widersacher mit ein- und demselben Schauspieler zu besetzen, um Hamlets ausweglose Situation zu unter […] das dramatische Motiv der Mehrdeutigkeit wider, die sich wiederum in der Figur von Hamlet kondensiert. Intrigen, vorsätzliche Täuschung und gestellte Theaterszenen durchziehen den Plot und machen auch vor dem Bühnenbild (Bettina Meyer) nicht Halt." "So viel Unterkühlung war selten an einem dänischen Hof ... Freys Hamlet ist auch eine Zuschauerzerreißprobe", schreibt in der NZZ eine leicht verhaltene […] Daniele Muscionico. "Doch das macht durchaus Sinn, ihr Konzept ist in Erz gegossen: Sie nimmt Shakespeares Geist beim Wort, 'Remember me!'. Der Satz, mit dem der Wiedergänger des ermordeten Königs Hamlet zur Rache auffordert, scheint die Regisseurin übersetzt zu haben: Erinnere dich meiner. Es gibt ein Theater, das eine Bedeutung hat über das Individuum hinaus im Hinblick auf kollektive Versäumnisse […]
Efeu 21.01.2017 […] Einer "eher unverzärtelten Veranstaltung" hat Egbert Tholl mit Christopher Rüpings "Hamlet"-Inszenierung an den Münchner Kammerspielen beigewohnt: "Der Anlage nach könnte es ein hemmungslos lustiger Abend sein, vor allem mit der Kunstblutorgie vom Kanister im Bühnenhintergrund. Hier wird fleißig gezapft, und dann schütten sich die Schauspieler den Inhalt großer Eimer über den Kopf. Aber: Die Vorstellung […] Vorstellung ist brachial humorlos. Rüping meint alles ernst. Das ist ehrenwert. Und intellektuell kommt man seiner Idee vom Amok-Hamlet auch hinterher. Nur erfühlen kann man sie nicht. Sie bleibt eben: Behauptung." Im Vergleich mit Andreas Kriegenburgs ebenfalls analytisch verfahrender "Macbeth"-Inszenierung am Residenztheater zeigt sich, wie vorhersehbar und konventionell die vorgebliche Verachtung des […] spießig wie das Anti-Stadttheater im Stadttheater. Die Hellebarde, in Ernst Lubitschs Film 'Sein oder Nichtsein' das rührende Emblem des naiven Fundus-Illusionismus, wird ersetzt durch den Bluteimer. Hamlets Monologe kondensiert Christopher Rüping zur Selbstbezichtigung eines Feiglings, die in eine Publikumsbeschimpfung umspringt. Aber wie mutig ist diese Provokation?" […]