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Georg Heym

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Leseprobe zu Ernst Piper: Nacht über Europa. Teil 1

Vorgeblättert 25.11.2013 […] Zeitschriften Sturm und Aktion hießen, ist gewiss kein Zufall. In ihren Texten trafen sich kosmische Ekstase, Normalitätsüberdruss und Saturiertheitsekel. Am 6. Juli 1910 notierte der 22-jährige Georg Heym in seinem Tagebuch: Es ist immer das gleiche, so langweilig, langweilig, langweilig. Es geschieht nichts, nichts, nichts. Wenn doch einmal etwas geschehen wollte, was nicht diesen faden Geschmack […] zum Kanon der berühmtesten expressionistischen Gedichte gehört. Die bildstarke lyrische Apokalypse entstand vor dem Hintergrund der Marokkokrise. Am 16. Januar 1912, im Alter von 23 Jahren, ertrank Georg Heym beim Schlittschuhlaufen in der Havel. Neben Georg Trakl, der am 4. Novem ber 1914 in Krakau starb, und Ernst Stadler, der am 30. Oktober 1914 in der Schlacht bei Ypern fiel, ist er der bedeutendste […] ch-revolutionären Pathos der Tagebucheintragung aus dem Vorjahr. Das Gedicht reflektiert die eigene Ohnmacht angesichts der Unbesiegbarkeit des Krieges.      Eine künstlerische Entsprechung zu Georg Heyms Gedichten sind Ludwig Meidners »Apokalyptische Landschaften«. Die ersten entstanden in den »glühenden Sonnentagen« des Sommers 1912. Diese Bilder, die heute von uninformierten Betrachtern oftmals […]