Stichwort

Imperialismus

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Die vertauschten Opfer

Essay 23.02.2015 […] Diese Haltung bringt eine unerschütterliche Ehrfurcht für alle muslimische Rituale und Praktiken mit sich, besonders für den islamischen Schleier, der buchstäblich vergöttert wird, so dass für einige Kommentatoren eine Muslimin, die sich aus Überzeugung nicht verschleiert, nur eine Verräterin sein kann, eine Harkie, die sich an die Kolonialbehörden verkauft hat.5 Man könnte sich hier noch länger mit der islamfreundlichen Linken befassen, der Hoffnung einer revolutionären Randgruppe auf den Islam als Speerspitze eines "heiligen Kriegs" gegen den globalen Kapitalismus, wie einst in Baku 1920, als die bolschewistischen Führer, darunter Sinowjew, an der Seite der Panislamisten zum Dschihad gegen den westlichen Imperialismus aufriefen.6 Nehmen wir zum Beispiel diese Überlegung eines Philosophieprofessors: Es sei "statistisch erwiesen, dass rassistische, xenophobe, islamophobe Meinungen unter Weißen weiter verbreitet sind als unter Nicht-Weißen ... […] Von Pascal Bruckner

Leseprobe zu Christopher Hitchens: The Hitch. Teil 2

Vorgeblättert 19.09.2011 […] In meinem Gedächtnis ist eine ganze Anthologie lebendigster Bilder aus dieser Zeit gespeichert: ein spontaner Aufstand auf den Ramblas von Barcelona - ausgelöst durch den allerletzten Einsatz der schauderhaften mittelalterlichen Garotte zum Zweck eines gerichtlich verfügten Mordes an einem katalanischen Anarchisten namens Salvador Puig Antich -, bei dem die Demonstranten stolz die verbotene katalanische Flagge schwenkten und Francos Militärpolizei einem Benzinbombenhagel aussetzten; eine Fahrt nach Guernica - ich hatte kaum glauben können, dass es noch einen lebendigen Ort dieses Namens gab -, um mich mit baskischen Aktivisten zu treffen; ein Wochenende im Pariser Quartier Latin, inklusive Telefonaten mit »Codewörtern« und Händeschütteln mit Männern ohne Namen in einer dieser Zinc genannten Eckkneipen, damit ich schließlich einen portugiesischen Widerstandsführer namens Palma Inacio treffen konnte, der gerade einen bewaffneten Kampf gegen die Diktatur in Lissabon vorbereitete; ein paar lange, heiße und von süßen Düften durchzogene Tage in Tyrus, Sidon und im Süden von Beirut, um mich mit Militanten der »Demokratischen Front« zu treffen, die mir dann beim Mittagessen in einem Olivenhain geduldig erklärten, weshalb Juden und Araber unter der äußeren Schale Brüder seien und das eigentliche Problem der Imperialismus sei. Und schließlich stand ich auf dem Freiheitsplatz von Nicosia vor einer tosenden Menge Demonstranten, von denen viele erst jüngst mit dem Gewehr gegen den Versuch der griechischen Junta gekämpft hatten, Zypern zu annektieren, und deren Stimmen auch jenseits der undurchdringlichen Mauer zu hören waren, die die türkischen Invasoren mitten durch die freie Stadt errichtet hatten. […]

Leseprobe zu Bogdan Musial: Stalins Beutezug. Teil 1

Vorgeblättert 12.04.2010 […] Nachdem diese Aufgabe aber gelöst war und die Hitlerleute den Weg des Imperialismus, den Weg des Raubes fremder Lande und der Unterwerfung fremder Völker beschritten haben, […] ist im deutschen Volke ein tiefgehender Umschwung gegen die Fortsetzung des Krieges, für die Beendigung des Krieges eingetreten. […] Nur die Hitlerschen Narren können nicht begreifen, daß nicht nur das europäische Hinterland, sondern auch das deutsche Hinterland der deutschen Truppen einen Vulkan darstellt, bereit auszubrechen und die Hitlerschen Abenteurer zu begraben […]
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