Stichwort

Journalismus

288 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 20
9punkt 13.06.2020 […] "Die Zeit der Neutralität ist vorbei", hat der Spiegel-Redakteur Philipp Oehmke neulich geschrieben und einen parteiischen Journalismus gefordert (unser Resümee). "Helm auf, rein ins Getümmel", antwortet der ungläubige Welt-Autor Thomas Schmid in seinem Blog (ohne einen Link auf den Kollegen zu setzen und ihn namhaft zu machen, was sich in einem Blog eigentlich gehört): "Der Mann merkt offensichtlich […] nur mehr vom Gleichen will. Wie in den Geistes- und Sozialwissenschaften eine Forschung im Vordringen ist, die von politisch gesetzten Werturteilen und -präferenzen ausgeht, so hat dem auch der Journalismus die Tore geöffnet. Und zwar auf beiden Seiten des politischen Spektrums." […]
9punkt 01.02.2020 […] Da Journalismus ein Problem mit dem Geschäftsmodell hat, werden immer mehr journalistische Projekte über Stiftungen finanziert. Daniel Bouhs fragt in der taz, wie sich das auf die Unabhängigkeit auswirkt und nennt eine Studie der Medienwissenschaftlerin Anna Driftschröer: "Sie hat sowohl Journalist*innen interviewt, die von Stiftungen finanziert werden, als auch Vertreter*innen von Stiftungen. Das […] Chefredakteur, der eine "Digital First"-Politik verwirklichen soll (mehr hier). Mit-Herausgeber Michael Maier erklärt in einem Brief an die Leser, warum er das Internet als eine Chance für den Journalismus sieht. […]
Magazinrundschau 12.02.2019 […] Zeitalter des um Ausgewogenheit bemühten Journalismus zu Ende geht und jetzt sogar die Aushängeschilder smart, social und wirtschaftlich arbeitender Online-Only-Medien wie Huffington Post und Buzzfeed massenhaft Leute entlassen, dann drohe nicht gleich das Ende der Demokratie, schreibt Antonio García Martínez. Diese objektive Periode dürfte in der Geschichte des Journalismus eher eine Ausnahme als ein Regelfall […] Regelfall sein. Die Gründerväter der amerikanischen Demokratie jedenfalls hätten reichlich Mühe, den bürgerlich-liberalen Journalismus des späten 20. Jahrhunderts mit ihrer eigenen Vorstellung von Journalismus abzugleichen. "Würde man ihnen allerdings Twitter erklären, die Blogosphere und nachrichtlich angehauchte Parteigänger-Medien wie Daily Kos oder National Review, dann würde sie das sofort wiedererkennen […] populären Podcast, wo er die politische Lage mit anderen Söhnen der Freiheit aufspießen wäre, so wie das Chapo Trap House oder Pod Save America betreiben. 'Der Journalismus geht vor die Hunde, sagst Du', würde dieser Franklin 2.0 sagen, 'Dem Journalismus geht es absolut prächtig, genau wie zu meiner Zeit.'" Außerdem: Troy Farah befasst sich mit den Plänen einiger Therapeuten und Wirtschaftsunternehmen, […]
Magazinrundschau 23.01.2019 […] Auch Josephine Livingstone bespricht Jill Abramsons Buch "Merchants of Truth: The Business of News and the Fight for Fact" über die Zukunft des Journalismus, das Jill Lepore vergangene Woche im New Yorker vorstellte (unser Resümee). Einerseits eine brillante Studie über den Printjournalismus, hat das Buch für Livingstone allerdings einen klaren Makel - das generationsbedingte Unverständnis der 2014 […] ausgesprochenes Anliegen für die Gleichstellung der Geschlechter, eine Anerkennung der persönlichen und beruflichen Interessen der Repräsentation: Das sind grundlegende Prinzipien des neuen digitalen Journalismus, keine nachträglichen Überlegungen. Abramsons Missgendering (einer Vice-Media-Mitarbeiterin, d. Red.) ist das perfekte Beispiel. Es ist ein generationsbedingter blinder Fleck bei Abramson. Es fällt […] in ihrem beruflichen Umfeld hatte das keine Priorität. Wenn sich 'Merchants of Truth' allein auf die Times und die Post konzentriert hätte, wäre es ein hervorragender Beitrag zur Geschichte des Journalismus geworden. Warum verließ Abramson ihre Fachgebiet, um digitale Medien zu kritisieren? Es ist verlockend, die Antwort in ihrer eigenen Karriere zu suchen. Wenn der jüngeren Generation die traditionelle […]
9punkt 29.01.2019 […] stimme dem technologischen Determinismus und der moralischen Panik, die dem Instrument die Schuld geben, nicht zu. 'Twitter ruiniert den amerikanischen Journalismus', sagt Manjoo. Nein, Journalisten sind für den Zustand des amerikanischen Journalismus verantwortlich. Sie haben niemanden zu beschuldigen, außer sich selbst, wenn sie sich zu früh mit unbestätigten Informationen und voreiligen Schlüssen […] In Deutschland möchte Mathias Döpfner Journalisten aus den sozialen Medien holen (unser Resümee). In den USA behauptete der New-York-Times-Kolumnist Farhad Manjoo, dass Twitter den Journalismus zerstöre. Leute, die selbst mächtige Plattformen haben, können leicht meckern, erwidert Jeff jarvis bei Medium. Die Journalisten sollten das Gespräch suchen, statt sich von den Hallräumen der Öffentlichkeit […]
Magazinrundschau 28.01.2019 […] In der aktuellen Ausgabe des New Yorker schaut Jill Lepore mit Jill Abramsons Buch "Merchants of Truth" in die Zukunft des Journalismus, und die sieht nicht rosig aus. Unschuldig sind die Zeitungen daran nicht: "Je stärker Trump die Presse angreift, desto stärker wird die Presse? Leider nicht ganz. Redaktionelle Entscheidungen werden immer häufiger Facebooks News Feed, Chartbeat oder anderen Formen […] Formen redaktioneller Automatisierung überlassen. Die Hände der Redakteure sind an Algorithmen gebunden. Nicht zuletzt wegen des rasanten Tempos des Journalismus im 21. Jahrhundert tauchen heute routinemäßig Geschichten auf, die vielleicht vor einer Generation nie veröffentlicht worden wären … Das größte Problem ist, dass die Drohgebärden, die Verderbtheit, Verlogenheit und Vulgarität der Trump-Administration […] viele Reporter und Redakteure aus dem Konzept gebracht haben. Die gegenwärtige Krise, die nichts Geringeres als die totale Verwirrung des öffentlichen amerikanischen Lebens ist, hat viele Leute im Journalismus dazu veranlasst, Entscheidungen zu treffen, die sie bedauern oder noch bedauern werden. Im Zeitalter von Facebook, Chartbeat und Trump haben ältere Nachrichtenorganisationen, kaum weniger als Start-ups […]
9punkt 02.01.2019 […] insgesamt als Wegwerfmodell darzustellen. Das Fehlverhalten des Claas Relotius sollte Anlass sein, über unseren Journalismus grundsätzlich nachzudenken." Bauer verweist auf eine Initiative der amerikanischen Kollegen Tina Rosenberg  und David Bornstein für einen konstruktiven Journalismus (mehr hier). […] Lokalblatt Fresno Bee attackieren. Kann es sein, dass der Spiegel-Autor Claas Relotius, der seine Reportagen so frisierte, dass sie den Erwartungen entsprachen, nur ein Symptom für einen zynischen Journalismus ist, der am Ende den Populismus bestärkt fragt der Psychiater und Autor Joachim Bauer in der Welt: "Eine als Geschichte ständigen Versagens erzählte Tagespolitik, als Abfolge von lächerlichen oder […]