Stichwort

Jubiläum

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Liebe Deutschland

Im Kino 25.04.2012 […] In der mit einem Themenspezial zum fünfzigjährigen Jubiläum des Oberhausener Manifests ausgestatteten und dann doch, in einem für die bundesrepublikanische Filmkultur so symptomatischen wie unbegründeten performativen Selbstwiderspruch, mit der mensch- bzw. filmgewordenen Diskursverknappungsmaschine Doris Dörrie auf dem Cover und also fachmännisch-frauenzeitschriftlich mit "Ein Hauch von Zen - Was ist GLÜCK und worauf kommt es beim Filmemachen wirklich an? […] Von Maximilian Linz

Der Wettbewerb: eine tiefinnere Liebe zum Kompromiss

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2010 […] Er ist ein Weltmeister der Betriebsamkeit, bespielt Zug um Zug neue Schauplätze und erfindet mindestens eine neue Nebenreihe pro Festivaljahr: Die "Perspektive deutsches Kino" mit - größtenteils - all dem Schrott aus deutscher Filmproduktion, der in den anderen Reihen beim besten Willen nicht unterkommt (aber die Filmförderfritzen, aus deren Reihen Kosslick stammt, freuen sich); kulinarisches Kino, weil er ein Slow-Food-Fanatiker ist (nein, sonst kein Grund); der Kunst ein Zuckerchen mit dem "Forum Expanded", damit auch sie Ruhe gibt; seit dem letzten Jahr das komplett beliebig zusammengewürfelte Reste-Potpourri "Berlinale Special", angeblich, weil es das Publikum nicht anders will und verdient; in diesem Jahr geht es hinaus in die Kieze mit inhaltlich völlig unterbestimmter Omnipräsenz; und nichts ist Kosslick lieber als konzeptloses Rumfeiern, da kommt ihm das Jubiläum in diesem Jahr nur zu recht. Unverdrossen predigt er dabei in jedem Interview Reduktion und Entschleunigung und kuratorisches Maßhalten und Verantwortlichkeit. […] Von Ekkehard Knörer

Das Erbe der Solidarnosc

Essay 08.09.2005 […] Daher weiß ich nicht, ob ich gut daran tue, diese bitteren Bemerkungen niederzuschreiben, die zu einem feierlichen Jubiläum nicht recht passen. Mein Freund Władysław Frasyniuk, im August 1980 der Kopf des Arbeiterprotests in Breslau, später ein legendärer Untergrundführer der "Solidarność" und Häftling während des Kriegszustands, appellierte kürzlich für einen harmonischen Verlauf der Jubiläumsfeiern, man möge "den Groll beiseite schieben" und "nicht von Verrätern sprechen" . […] Von Adam Michnik

Vorgeblättert

Vorgeblättert 01.08.2005 […]      - Ich habe einen ziemlich guten Meßwein, falls Sie sich trauen, ihn zu probieren, sagte er und hakte mich unter, so daß ich gleich einen Grund hatte, auf den ich mich berufen konnte, um die Einladung des Schuldirektors abzusagen, dem wahrscheinlich bei der Sitzung des Kulturausschusses meine Verköstigung als kultureller Auftrag zugeteilt worden war und dem man jetzt deutlich die Erleichterung anmerkte, daß er nicht mit einem Wildfremden über die Probleme im Unterrichtswesen und über seine trotz allem vorbildliche Schule reden mußte, über die alljährliche Schulolympiade in Lyrikrezitation, über die Studienfahrten oder über die Erfolge der Kreisvolkstanzgruppe, die in diesem Jahr ihr Jubiläum feierte. Und weil er sich auch nicht nach den Schwierigkeiten im Verlagswesen erkundigen mußte, schließlich hatte er ja selbst genug am Hals, es war keine zwei Tage her, daß die Kuh ihr Kalb verloren hatte, und dann wird ihm im Rahmen des Kulturprogramms auch noch jedes halbe Jahr ein Schriftsteller aufgebrummt, der im günstigsten Fall das Badezimmer vollkotzt und seine sechzehnjährige Tochter belästigt, im schlimmsten Fall aber schweigt wie ein Grab, die Hühnerschenkel mit Messer und Gabel ißt, so daß die ganze Familie mit Messer und Gabel essen muß, und dann ist die Reihe an ihm, dann darf er allein Süßholz raspeln, Herrgottsakra, dieses ganze Kulturprogramm, wenn man ihnen wenigstens nicht schon von weitem ansehen würde, den Schweigern und den Kotzern, daß sie in Wirklichkeit nur ein Häufchen Elend sind, zu Erwachsenen aufgeblasene Säuglinge, die bis zum heutigen Tag am liebsten ihrer Mutter am Busen hängen würden, genau wie der hier mit den Hostien und dem Rattengift. […]
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