Stichwort

Jugoslawien

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9punkt 16.12.2019 […] friedlichen Revolutionen in Osteuropa. Der Balkan, auf dem es nicht so friedlich zuging, wird dabei gern vergessen, schreibt der Südosteuropahistoriker Oliver Jens Schmitt in der NZZ. In Rumänien, Ex-Jugoslawien, Albanien oder Bulgarien gab es Tote. In diesen Ländern war 1989 "ein Jahr verpasster Chancen", was auch daran lag, dass es dort weder starke Bürgergesellschaften gab noch Erfahrungen mit Dissidenz […] war im Balkan - außer im Falle der Belgrader Studenten - kein Jahr linker und alternativer Kundgebungen, sondern ein Jahr der nationalistischen Massenmobilisierung: in Kroatien, bei den Albanern Jugoslawiens, in Rumänien. Es folgte eine massive ideologische Verhärtung." Aber selbst in Ländern, die von der Wende enorm profitierten, haben dennoch viele nicht die geringste Lust zu feiern, erklären Jaroslaw […]
Efeu 11.12.2019 […] "In der Tageszeitung Dagens Nyheter hat am Montag der in Bosnien geborene schwedische Regisseur, Schriftsteller und Politiker Jasenko Selimovic nochmal mit der Akademie abgerechnet und die Handke-Jugoslawien-Bücher seziert. Überhaupt fragen sich viele in Stockholm, wie es mit dem Komitee weitergeht. Befürchtet wird, dass nach den Skandalen der vergangenen Zeit die Handke-Wahl und die Debatte darüber […] Nobelkomitee beim Votum für einen Vertreter alternativer Fakten im politischen Koma lag, zeigte es sich unfreiwillig als Seismograf der Epoche." Überhaupt, die Epoche: Nicht Handkes Darlegungen zu Jugoslawien, sondern die Andachtsverweigerung von Handkes Kritikern ist der wahre Skandal, meint zumindest Martina Meister in der Welt. "Wo Ruhm hätte sein sollen, war Schande angesagt. Wer Handke in den vergangenen […]
Efeu 09.12.2019 […] einer etwas anmaßenden Überlegung: "Man versteht, dass die heute dreißig oder vierzig Jahre jungen Romanschriftsteller den Handke angreifen, mit Jugoslawien, wo sich niemand so genau auskennt, und es gut und billig ist, das zu tun. Handke kennt Jugoslawien, auch aus den familiären Beziehungen." In der FR nimmt es Thomas Kaspar positiv: "Das Hoffnungsvolle, was nach Handke übrig bleiben wird: Eine jüngere […] Nobelpreisträgerin zum zentralen Antrieb der Literatur: eine Zärtlichkeit gegenüber allen anderen Daseinsformen." Handke, kommentiert Roman Bucheli knapp in der NZZ, vermied es konsequent, über Jugoslawien zu sprechen, sprach aber immer wieder seine slowenische Familiengeschichte an. "Man konnte darum die Rede trotzdem als einen stillen Kommentar zu seiner Haltung verstehen. Als wollte er erklären […] sagen." Außerdem kommt Bert Rebhandl im Standard nach einer vergleichenden Lektüre mit Martin Heidegger zu dem Schluss, dass Handkes "Eigentlichkeitssehnsucht und sein "Kontrarianismus in Bezug auf Jugoslawien" zusammengehören. Zurück zu Olga Tokarczuk, deren Rede auf NZZ-Kommentator Paul Jandl "wie ein Kommentar auf die verblasene Gegenwartslosigkeit bei Handke" wirkte. "Bei Tokarczuk geht es um eine […]