Stichwort

Kulturkampf

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Aufruhr im Zwischenreich - Teil 3

Essay 13.10.2014 […] "Schuld", ebenfalls ein deutscher Sonderweg, diesmal der begrifflichen Ämterhäufung und Verquickung ethischer, juridischer und finanzieller Aspekte: guilt, blame, fault, due, culpability und debt in einem Wort - eine Allzweckwaffe, die als Pathosvokabel in keinem deutschen Kulturkampf fehlen darf. Nichts eignet sich besser, die Kontingenz des Daseins zu leugnen, das Risiko, mit dem alles Lebendige behaftet ist zu verdrängen, als schuldhafte Verursacher zu suchen und anzuklagen - selbst dort, wo sich allenfalls eine unglückliche oder tragische Verkettung nicht vermeidbarer Umstände nachweisen lässt. […] Von Daniele Dell'Agli

Aufruhr im Zwischenreich - Teil 1

Essay 26.09.2014 […] Eine solche Haltung, die in vollendeter Bigotterie vorgibt, sich von Mitleid leiten zu lassen, wo sie nur ihre Glaubensartikel exekutiert, läuft darauf hinaus, die Schwächsten der Gesellschaft als Kanonenfutter in einem letztlich verlorenen Kulturkampf zu missbrauchen. In Hoersters Worten: "Jenen Einfluss auf die Rechtsgestaltung in unserer Gesellschaft, den die Kirchen inzwischen in der Sexualmoral vollkommen und in der Abtreibungsmoral weitgehend verloren haben, können sie in der Sterbemoral derzeit noch erfolgreich behaupten." […] Von Daniele Dell'Agli

Frühjahrsbücher 2014: Sach- und politische Bücher

Bücher der Saison 18.04.2014 […] Mit allen Wassern der Zeichentheorie gewaschen, blickt Lethen auf seine eigene intellektuelle Biografie zurück, die ihn von Alain Resnais, Vittorio de Sica und Roberto Rossellini, über Walter Benjamin und Roland Barthes zu Siegfried Kracauer (und in den maoistischen Kulturkampf) führte. Dabei kommt er immer wieder zu den großen Ikonen der Bildgeschichte: Robert Capas Landung der Alliierten in der Normandie, Dorothee Langes "Migrant Mother" oder die arrangierte Erschießung eines Vietcong durch den Polizeipräsidenten von Saigon. […]

Leseprobe zu Geert Buelens: Europas Dichter und der Erste Weltkrieg. Teil 1

Vorgeblättert 31.03.2014 […] Symbolisten der alten Garde (Fjodor Sologub, Wjatscheslaw Iwanow) ebenso wie ihr junger akmeistischer Kollege Sergej Gorodezki holten nicht nur das Reimwörterbuch, sondern auch den Säbel hervor und rühmten den ehrenvollen, heiligen Krieg, der die lang erwartete Neubelebung des russischen Geistes bewirken solle.(15) Für sie war es ein Kulturkampf, der Sieg über den Feind von außen würde auch das Übel im Innern töten.       […]
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