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Musik

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Efeu 27.01.2020 […] überleben konnte und die Stasi-Unterwanderung der Szene mitunter sogar eine Bestandsgarantie darstellte: "Das Leben war absurd billig", da "kam man mit einem Konzert über einen Monat. Also konnte man die Musik machen, die man machen wollte." Und eingeschleuste IM-Spitzel "haben durch ihren IM-Status oft erst ermöglicht, dass die Bands überhaupt existieren konnten. Die Stasi hat ja nicht ihre eigenen Leute […] Texte gesungen." Anlässlich von Nicolas Godins zweitem Soloalbum, das sich konzeptionell um Architektur dreht, schlendert Dirk Peitz für ZeitOnline mit dem ansonsten hauptberuflich bei Air tätigem Musiker über die Sanierungs-Baustelle der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Auf ein neues Air-Album sollte derzeit freilich niemand groß hoffen, erfahren wir: "Beim letzten Mal, als wir es probiert haben, hatte […] das Gefühl, dass etwas verloren gegangen ist. Das ist vielleicht das große Verhängnis jeder Band: Nach fünf oder sechs Alben werden sie schlechter." Immerhin: So wahnsinnig anders klingt seine eigene Musik auch nicht. Weiteres: Im Tagesspiegel rät Gerrit Bartels dazu, das Berliner Clubsterben mit etwas mehr Gelassenheit zu sehen und vor allem nicht mithilfe staatlicher Mittel zu überwintern: "Umso […]
Efeu 24.01.2020 […] "dass die Zeit der bis zur porzellanenen Makellosigkeit retouchierten Magazincover und durchchoreografierten Personae vorbei ist." Denn Lizzo und Billie Eilish markieren hier das Spitzensegment: "Ihre Musik ist persönlich, ihre Attitüde politisch": Lizzo setzt gerade ihr Körperfett in den Mittelpunkt ihrer Körperpolitik und Billie Eilish "könnte problemlos wie die nächste Britney Spears aussehen. Aber […] ist unaufgeregt bis zum Teenager-typischen Phlegma." Gerade ist auch Eilishs neues Video erschienen, für das sie selbst Regie geführt hat: Der Pianist ist der große Einzelgänger der klassischen Musik, schreibt Michael Stallknecht in seinem SZ-Porträt von Alexandre Tharaud: Alleine auf der Bühne, mit einem Instrument, dass das seine nicht ist. Tharaud hat daraus eine nomadische Art des Arbeitens […] Tabea Zimmermann zur Auszeichnung mit dem Ernst-von-Siemens-Preis. Für den Standard porträtiert Ronald Pohl den Jazzmusiker Anthony Braxton. Hanspeter Künzler schreibt in der NZZ über den britischen Musiker Lewis Capaldi, der wie zuvor schon Ed Sheeran für den neuen Typus Langeweiler im Pop-Biz steht. Besprochen werden Jeff Parkers neues Album "Suite for Max Brown" (taz, Pitchfork), das neue, Berlin […]
Efeu 20.01.2020 […] mit ihrer Musik zur Comicverfilmung "Joker" (unsere Kritik), die auch für einen Oscar nominiert ist, einem breiteren Publikum bekannt wurde. Für den "Chernobyl"-Soundtrack reiste sie schon mal mit einem Toningenieur nach Litauen in ein stillgelegtes Atomkraftwerk, um dort im Schutzanzug Geräusche zu sammeln, die sie "in wochenlanger Arbeit zu Klangcollagen zusammenfügte. 'Faktenbasierte Musik' nennt […] Instrumente aus; das Einzige, was klingt, ist das Atomkraftwerk selbst. ... Und nicht nur dadurch, dass man keine Menschen, kein Leben hört, klingt die Musik so verloren. Sondern weil die Leerstellen spürbar bleiben: Man kann die Menschenferne fühlen, die Musik ist noch stiller, als es die Stille selbst sein könnte." Vordergründig und insbesondere mit der Single "Darkness" wirkt das neue, überraschend […]
Efeu 16.01.2020 […] Während in der wenig bevölkerten Mongolei bemerkenswert viele Rock- und Metalbands ihre Musik mit der traditionellen Musik ihrer Heimat verbinden und dabei interessante Ergebnisse zeitigen, liegt China mit seinen 1,4 Milliarden Einwohnern musikalisch ziemlich brach. Das hat mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts zu tun, erklärt Lauren Teixeira auf Foreign Policy: Während die Mongolei von der Sowjetunion […] Wurzeln zu erforschen. Im selben Zeitraum verließen Millionen Menschen ihre Dörfer, um in den Städten zu arbeiten. Regionale Musik und Traditionen wurden verwässert oder gingen für immer verloren. Und auch obwohl der neue Wohlstand ein großes kommerzielles Bedürfnis nach Musik schuf, sollte diese alles andere als gefährlich sein. Stattdessen erlebten die 2000er-Jahre eine große Expansion musikalischer […]
Efeu 15.01.2020 […] weiteren Überlegungen erhärten, hieße das nicht nur, dass Berlin als wichtigster Kristallisationspunkt der Bach-Pflege nach 1750 ernster zu nehmen wäre als bisher, sondern auch, dass Bachs geistliche Musik um 1770 bereits weniger als konfessionelle Kunst, sondern als säkulare Kulturleistung geschätzt wurde. " Mit der Compilation "Mogadisco - Dancing Mogadishu (Somalia 1972-1991)" ist Ben Redjef vom Label […] Stücke unterstreichen doppelt, dass trennende Linien, seien sie nun geografischer oder musikalischer Natur, völlig imaginär sind. Die traurige Ironie besteht darin, dass das weitere Schicksal dieser Musiker, die der Starrheit von Grenzen so entgegenstanden, von den Launen der Kartenmacher bestimmt wurde." Auf Bandcamp kann man sich die Compilation anhören: Mogadisco - Dancing Mogadishu (Somalia 1972-1991) […] grundstürzendes Ereignis sein, weil sie uns den humorvollen, ja stellenweise urkomischen Beethoven vor Ohren führt." Im Standard stellt Karl Fluch Anne Ecks Label Silvertree Records vor, das allein Musik von Frauen präsentieren will. Besprochen werden ein von Vladimir Jurowski dirigierter Bruckner- und Mozart-Abend in München (der designierte Generalmusikchef der Bayerischen Staatsoper bot "eine f […]
Efeu 14.01.2020 […] Nöten, mit einem Tonkörper Interpretationen kanonisierter Komponisten zu erarbeiten, wo doch jeder Musiker stets zu wissen glaube, wie man diese zu spielen habe. So etwa Tschaikowsky: Man meint, "Tschaikowsky immer irgendwie 'russisch' spielen zu müssen. Warum? Und was hat das zu bedeuten? Tschaikowskys Musik ist sehr elegant, sie ist europäisch, sie ist französisch. Sie erzählt von seinen inneren Konflikten: […] Konflikten: davon, schwul zu sein und darunter zu leiden. Das wird in den russischen Interpretationen komplett ausgeblendet. Da ist seine Musik entweder sehr heroisch oder sehr romantisch, es gibt kaum Zwischentöne. Die russische Interpretation geht auf Jewgeni Mrawinski zurück, der war zwar ein fantastischer Dirigent, aber auch ein Kind seiner Zeit - und zwar einer Zeit, in der Millionen Menschen in die […] die Gulags geschickt wurden. Sein Tschaikowsky klingt wie Schostakowitsch." Weiteres: Für die SZ-Afropopkolumne porträtiert Jonathan Fischer den algerischen Tuareg-Musiker Kader Tarhanine. Besprochen werden ein Igor-Levit-Konzert im Pierre Boulez Saal in Berlin (Tagesspiegel) und das in einer Woche erscheinende, neue Album der deutschen SloMo-Jazzer Bohren & der Club of Gore (Standard). Daraus ein […]