Stichwort

Verrisse

3 Presseschau-Absätze
Efeu 14.07.2020 […] Tell verteidigt Sieglinde Geisel den Verriss vor seinen Kritikern und einer Kultur der wachsweichen Empfehlungen. Dabei ist der Verriss gerade jener Moment, in dem Literaturkritik als solche Tacheles bekennen muss: "Wenn ich ein Werk verreiße, muss ich meine Kriterien überprüfen. Das setzt voraus, dass ich sie mir erst einmal bewusst mache. Deshalb gehört der Verriss zum Kerngeschäft der Literaturkritik: […] tik: Er ist sozusagen eine Selbstreinigungsmaßnahme. Ohne gelegentliche Verrisse wird die Kritik schlampig, ihre Werkzeuge stumpf, ihr Blick verschwommen. ... Wenn die Literaturkritik sich den Verriss verbietet, arbeitet sie an der Abschaffung ihrer selbst." Weitere Artikel: Für die FAZ porträtiert Sandra Kegel den Schriftsteller Peter Henning, der gerade als erster Bad Homburger Stadtschreiber angetreten […]
Magazinrundschau 10.11.2016 […] Warum werden eigentlich keine Verrisse mehr geschrieben?, fragt D.J. Taylor, dessen erster Roman vor zwanzig Jahren noch brutal abgekanzelt wurde, in einer Zeit mithin, als Kritiken noch als blutiger Sport galten. In der Sunday Times nannte Stephen Amidon das Buch so "überflüssig wie einen Einbeinigen in einem Arschtrittwettbewerb". Das einzige Horrende an Kritiken sei inzwischen ihre Sanftmut, meint […] meint Taylor und wird kiebig: "Es könnte sein, sein, dass Verrisse das einzige Mittel gegen das große Versagen des modernen Literatur-Establishment und seiner Mildtätigkeit gegenüber seinen Altvorderen sind. Drei- oder viermal im Jahr ertönen die Fanfaren der Verlagstrompeten und eine Eminenz, die ihre Schriftsteller-Karriere mit der Granta Liste der besten jungen Britischen Romanautoren von 1983 begann […]