Aaron Gebler

Die Verwendung und Bedeutung von Losverfahren in Athen und im griechischen Raum vom 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr.

Cover: Die Verwendung und Bedeutung von Losverfahren in Athen und im griechischen Raum vom 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr.
Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2024
ISBN 9783515135757
Kartoniert, 310 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Mit Sieben farbigen Abbildungen. In der Diskussion zur Krise moderner Demokratien erfreut sich das Losen einer wachsenden Aufmerksamkeit. Dabei wird oft auf die Verwendung von Losverfahren in der politischen Praxis der griechischen Antike verwiesen. Jedoch kam dem Losen auch in anderen Bereichen eine wichtige Funktion zu. Aaron Gebler fokussiert in seiner Studie ebendiese Bereiche und untersucht umfassend die Verwendung von Losverfahren in der attischen Demokratie im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. Er zeigt, dass die Verwendung des Loses im politischen Kontext möglicherweise aus dem militärischen Bereich übernommen wurde. Im Zuge einer Transformation der Partizipationskultur im griechischen Raum etablierte sich im 5. Jahrhundert v. Chr. das Losverfahren zu einer bedeutenden Technik. Wurde es im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. noch beliebig eingesetzt - meist als Problemlöser einer spezifischen Situation im militärischen Kontext, zur Verteilung von Erbschaften oder zur Befragung der Götter -, entwickelte sich das Losverfahren spätestens ab den letzten Jahren des 6. Jahrhundert v. Chr. zu einem festen Bestandteil politischer Ordnungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2024

Rezensent Uwe Walter liest fasziniert über den Einsatz des Losverfahrens im antiken Athen in Aaron Geblers Studie. Nicht nur als willkommene Ergänzung zu funktionalen Analysen wie etwa bei Jochen Bleicken dient ihm das Buch, sondern auch als differenzierte wie breite Darstellung, die der Frage nach den religiösen Aspekten beim Losverfahren ebenso nachgeht wie dem Sinn und Zweck des Losens im demokratischen Prozess. Dass Gebler eine Losmaschine nachbaut, aber die Funktionsweise nicht genauer erläutert, findet Walter verzeihlich. Ein altertumswissenschaftliches Referenzwerk ist das Buch für ihn schon durch die exakte und umfangreiche Quellenarbeit. Einziger Mangel für Walter: Das Fehlen spieltheoretischer Ansätze im Band.

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