Hitler, Scheiße, Lufthansa. Diese drei deutschen Wörter kennt Abbas Khider, als er aus dem Irak flieht. Zwanzig Jahre später ist er ein vielfach ausgezeichneter deutscher Schriftsteller, der akzentfrei schreibt - aber nicht spricht. Dies ist sein ungewöhnliches Lehrbuch für ein neues Deutsch. "Deutsch für alle" ist ein Trostbuch für alle Deutschlernenden und deren Angehörige, für Expats, Einwanderer und Menschen in mehrsprachigen Liebesbeziehungen. Und es ist ein Vademecum für alle Lauchs, die glauben, die deutsche Sprache bereits zu kennen - und Spaß an ihr haben. Provokant gelingt Abbas Khider dabei auch ein satirischer Blick auf die deutsche Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2019
Rezensentin Lerke von Saalfeld lacht sich scheckig mit Abbas Khiders Neudeutschlehrgang. Was der im Irak geborene Autor in seinem Buch an Vereinfachungsvorschlägen für die deutsche Grammatik vorbringt, findet sie mal verblüffend kenntnisreich und sinnvoll, mal dada, manchmal auch etwas "schulmeisterlich". Khiders anvisierte Abschaffung von Umlauten und die Einführung eines Universalartikels "de" erinnern Saalfeld im Effekt an konkrete Poesie. Ist das noch ernst gemeint? Gelesen als "Sprach-Comic" macht es durchaus Sinn, findet die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.02.2019
Franziska Augstein hat sich köstlich amüsiert mit Abbas Khiders Buch über sein Verhältnis zur deutschen Sprache und seine Versuche, sie zu vereinfachen. Wie der aus dem Irak stammende Khider sich die Hegel-, Kant- und Heidegger-Lektüre selbst ermöglichte, indem er einfach den Genitiv, die Präpositionen, die Umlaute und die Deklination abschaffte, findet Augstein famos. Das alltagssprachliche Ergebnis scheint ihr auch gar nicht so krumm. Und Spaß macht die Lektüre allemal, findet sie, zumal als Muttersprachlerin, die es so schön leicht hat. Den politischen Subtext des Buches erkennt sie natürlich auch, da geht es um Flüchtlinge und Ausländerfeindlichkeit, erklärt sie.
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