1948 wurden 700 000 Palästinenser durch den ersten arabisch-israelischen Krieg aus ihren Häusern vertrieben. Mehr als 70 Jahre später sind die meisten ihrer Häuser längst verschwunden, aber Millionen ihrer Nachkommen sind immer noch als Flüchtlinge registriert, viele leben in Flüchtlingslagern. Diese Gruppe blieb im Gegensatz zu unzähligen anderen, die nach dem Zweiten Weltkrieg und anderen Konflikten vertrieben wurden, staatenlos und forderte, sich im Staat Israel niederzulassen. Ihr Glaube an ein "Rückkehrrecht" ist eines der größten Hindernisse für eine erfolgreiche Diplomatie und einen dauerhaften Frieden in der Region. Adi Schwartz und Einat Wilf, beide liberale Israelis, die eine Zwei-Staaten-Lösung befürworten, enthüllen die Ursprünge der Idee eines Rückkehrrechts und erklären, wie die UNRWA - die UN-Agentur, die mit der Suche nach einer Lösung für die Flüchtlinge befasst ist - dem palästinensischen, arabischen und internationalen politischen Druck nachgab, um ein dauerhaftes "Flüchtlingsproblem" zu schaffen. Sie argumentieren, dass die palästinensische Forderung nach einem "Rückkehrrecht" keine rechtliche oder moralische Grundlage hat und plädieren leidenschaftlich dafür, dass die USA, die UN und die EU diese Tatsache zum Wohle der Israelis und Palästinenser gleichermaßen anerkennen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 21.11.2022
Die frühere israelische Abgeordnete und ein Politikwissenschaftler schreiben über Möglichkeiten des Friedens im Israel-Palästina-Konflikt. Was für Rezensentin Ruth Kinet zunächst kompliziert klingt, sei für die Autor*innen recht simpel. Sowohl Palästinenser als auch Israelis hätten Anspruch auf das Land, doch nur letztere seien bereit, das Land zu teilen, erstere würden in ihren Forderungen nach Land vor allem jüdische Ansprüche negieren. Wilf und Schwartz wünschten sich eine klare Benennung des Konflikts, auch und gerade vom Westen, dem sie "West-Plaining", also eine Bevormundung in diesem Konflikt vorwerfen. Den 1948 geschaffenen Flüchtlingsstatus sehen sie als nicht mehr zeitgemäß an, sie sprechen sich gegen ein palästinensisches Rückkehrrecht aus, das auf falschen Annahmen beruhe und die Existenzs Israels konterkariere. Die Rezensentin äußert keine eigene Position, sie rekapituliert nur die Gedanken der beiden Autoren.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…