Agnieszka Lessmann

Aga

Roman
Cover: Aga
Gans Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783946392606
Einband unbekannt, 242 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Zwei Mal schon hat sie mit ihren Eltern die Kontinente gewechselt und den Namen gleich dazu. Nun zieht Aga ins "Land der Mörder", so hat sie es aufgeschnappt. Angekommen in einem Haus der jüdischen Gemeinde, macht sich das kleine Mädchen auf die Suche nach ihnen. Erik Ode, der Kommissar, den sie im Fernsehen kennenlernt, hilft ihr dabei. Lessmanns autobiografisch gefärbter Roman erzählt, wie das Schweigen der Überlebenden den Nachkommen zur Last wird - und wie ihre heranwachsende Hauptfigur in gewitzter Selbstbehauptung die Hoffnung auf Heilung nie aufgibt. Nach der antisemitischen Hetze der Kommunistischen Partei Polens im Jahr 1968, die ihre Eltern zwang, ihre Heimat zu verlassen, kommt Aga über Israel nach Deutschland. Es ist etwas Merkwürdiges mit dem Haus, in dem sie nun wohnt. Es steht neben einer Kaserne, auf deren Tennisplatz amerikanische Soldaten ihre Freizeit verbringen, und dem Garten eines ehemaligen Klosters, in dem Hippies Bäume pflanzen. Dazwischen wuchern die kindlichen Fantasien. Das Verschwiegene bricht sich schließlich Bahn in einem tatsächlichen Mord. Schritt für Schritt beginnt Aga die leeren Stellen in den Erinnerungen zu füllen. Dafür aber muss sie erst ihren richtigen Namen wiederfinden. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.10.2025

Agnieszka Lessmanns ist mit ihrem autobiografischen Roman ein feinfühliges Porträt einer Kindheit "unter Traumatisierten" gelungen, meint die Rezensentin Petra Pluwatsch. Die Autorin, Tochter eines Holocaust-Überlebenden, erzählt von der Flucht aus Polen 1968, vom kurzen Aufenthalt in Israel und vom Neuanfang "ausgerechnet in Deutschland". In einem Haus der jüdischen Gemeinde wächst die kleine Aga zwischen "traurigen Blicken""und plötzlicher, unheimlicher Stille unter den Erwachsenen auf, "etwas, von dem ich nicht wusste, von dem aber alle anderen zu wissen schienen". Später rekonstruiert sie mühsam das Schweigen des Vaters, "Faden für Faden", lesen wir. Lessmann macht für Pluwatsch sichtbar, wie jene Geschichten, die man nicht erzählt, weiterwirken und nie wieder loslassen. 

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