Mit einem Nachwort von Gabi Bauer und Peter Piro. In "Brief an die Mutter" schreibt Bela Winkens an ihre Mutter, die im KZ Auschwitz ermordet wurde und die sie nie wirklich kennenlernen konnte. Sie erzählt ihr von ihrer Kindheit, ihren Erinnerungen an das KZ Theresienstadt, das sie als Vierjährige überlebte, und wie sie als Überlebende mit dem Schmerz und der Trauer im Laufe ihres Lebens umzugehen gelernt hat.
Ein wichtiges Buch, auch mit Blick auf die heutige Zeit ist das, findet Rezensentin Rosa Budde. Geschrieben hat es die Autorin bereits 1996 und zwar in Form eines Briefes, den Winkens an ihre Mutter geschrieben hat, die von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde - ebenso wie ihr Vater und ihre Großeltern, erfahren wir von der Kritikerin. Winkens selbst überlebte den Holocaust als Vierjährige in Theresienstadt, wobei einige Details ihres Martyriums während der NS-Zeit nicht komplett zu rekonstruieren sind. Die perfide Art, wie die Nazis ihr Terrorregime in Theresienstadt als Musterlager verkauften, kommt im Buch Budde zufolge ebenso vor wie Erinnerungen an ein traumatisches Aufwachsen in Nachkriegsdeutschland, in einer Gesellschaft, die von der Vergangenheit nichts wissen wollte. Eingefügt sind ins Buch außerdem Gedichte, erfahren wir, die den Schmerz markieren, den die Rückschau mit sich bringt. Eindrücklich, wie es Winkens trotz aller Härten, die sie durchlebte, gelingt, einen solchen Text aufs Papier zu bringen, meint Budde, für die vor allem die Auseinandersetzungen der Autorin mit der Gesellschaft Deutschlands nach wie vor Geltung haben.
Ein eindrucksvolles Buch legt Bela Winkens laut Rezensent Michael Eggers hier vor. Verfasst hat sie es als Brief an ihre 1943 in Auschwitz ermordete Mutter, sie selbst überlebte die letzte Phase der Nazizeit in Theresienstadt, beschreibt Eggers. Vieles in diesem Buch dreht sich um die Erinnerung an das paradoxerweise gelegentlich als Schutzraum erlebte Kinderheim, in dem freilich Gewalt und Tod allgegenwärtig waren, ist zu lesen, außerdem finden sich poetische Traumprotokolle, sowie einige Gedanken, die an die Debatten um deutsche Erinnerungspolitik wie etwa den Historikerstreit anschließen. Das Besondere an diesem Buch ist für den Rezensenten jedoch der persönliche, menschliche Zugang, den Winkens wählt.
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