Albert Schweitzer

Wir Epigonen

Kultur und Kulturstaat. Werke aus dem Nachlass
Cover: Wir Epigonen
C.H. Beck Verlag, München 2005
ISBN 9783406527654
Gebunden, 416 Seiten, 59,50 EUR

Klappentext

Dieser erste kulturphilosophische Entwurf Albert Schweitzers, entstanden in der Umbruchzeit des Ersten Weltkriegs, ist ein ebenso eindrucksvolles wie erstaunliches kulturkritisches Dokument, das an Oswald Spenglers Untergang des Abendlandes denken lässt. Zur selben Zeit abgefasst wie die Vorarbeiten zu Verfall und Wiederaufbau der Kultur sowie zu Kultur und Ethik, bietet "Wir Epigonen" eine wichtige Ergänzung und Interpretationshilfe zu Schweitzers Kulturphilosophie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2005

Eher verhalten äußert sich Heinz Dieter Kittsteiner über dieses nun vorliegende Werk aus dem Nachlass des Theologen, Philosophen, Gelehrten, Arzt und Missionars Albert Schweitzer. Das Buch, dessen Leitmotiv das Epigonentum ist, scheint dem Rezensent selbst höchst epigonal. Im Mittelpunkt steht der Niedergang der Kultur, die Gründe dafür sowie mögliche Wege aus der Krise. Dass die in alle Richtungen ausschweifenden Aufzeichnungen Schweitzers mit Oswald Spenglers "Untergang des Abendlandes" vergleichbar sein sollen, wie das Vorwort nahe legt, findet Kittsteiner "gänzlich unbegründet". In Schweizers "Wir Epigonen" könne man vielmehr in die Gedankenwerkstatt eines Theologen blicken, der die nur vermeintliche Sicherheit des Wilhelminischen Kaiserreiches durchschaut habe, vom Weltkrieg erschüttert sei und nun nach Orientierung suche. Die Originalität des Ganzen hält sich dabei nach Ansicht Kittsteinenrs freilich in Grenzen: "Ähnliches kann man auch anderswo lesen."
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.09.2005

Über diese Edition des nachgelassenen Manuskripts über den "Niedergang der europäischen Kultur" von Albert Schweitzer hat sich Friedrich Wilhelm Graf geärgert. Ausgerechnet dem Wahrhaftigkeitsfanatiker Schweitzer begegnen die Herausgeber Ulrich Körtner und Johann Zürcher mit ungenauen Editionstechniken, schimpft der Rezensent, der hier grobe "Leser-Täuschungen" anprangert. Die Herausgeber würden beispielsweise, da das Kapitel mit Schweitzers Vorstellungen über "Kulturgestaltung" in den Kolonien von der Erbin nicht zum Druck freigegeben worden ist und auch nicht einsehbar war, stattdessen einen 1927 gehaltenen Vortrag publizieren und behaupten, dass hier die Sicht Schweitzers in "neuerer, kürzerer und leichter überblickbarer Fassung" greifbar wäre. Hier weist Graf darauf hin, dass die Herausgeber das unterdrückte Kapitel ja gar nicht einsehen konnten und deshalb nicht wissen können, ob die Texte überhaupt vergleichbar sind. Des Weiteren, moniert er, wurden größere Passagen aus dem Text über "Kultur und Nichtkulturstaaten" gekürzt, was die Behauptung, es handele sich bei dem Band um ein "geschlossenes Ganzes", zumindest fraglich erscheinen lässt, wie Graf kritisch notiert.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…