Dieser erste kulturphilosophische Entwurf Albert Schweitzers, entstanden in der Umbruchzeit des Ersten Weltkriegs, ist ein ebenso eindrucksvolles wie erstaunliches kulturkritisches Dokument, das an Oswald Spenglers Untergang des Abendlandes denken lässt. Zur selben Zeit abgefasst wie die Vorarbeiten zu Verfall und Wiederaufbau der Kultur sowie zu Kultur und Ethik, bietet "Wir Epigonen" eine wichtige Ergänzung und Interpretationshilfe zu Schweitzers Kulturphilosophie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2005
Eher verhalten äußert sich Heinz Dieter Kittsteiner über dieses nun vorliegende Werk aus dem Nachlass des Theologen, Philosophen, Gelehrten, Arzt und Missionars Albert Schweitzer. Das Buch, dessen Leitmotiv das Epigonentum ist, scheint dem Rezensent selbst höchst epigonal. Im Mittelpunkt steht der Niedergang der Kultur, die Gründe dafür sowie mögliche Wege aus der Krise. Dass die in alle Richtungen ausschweifenden Aufzeichnungen Schweitzers mit Oswald Spenglers "Untergang des Abendlandes" vergleichbar sein sollen, wie das Vorwort nahe legt, findet Kittsteiner "gänzlich unbegründet". In Schweizers "Wir Epigonen" könne man vielmehr in die Gedankenwerkstatt eines Theologen blicken, der die nur vermeintliche Sicherheit des Wilhelminischen Kaiserreiches durchschaut habe, vom Weltkrieg erschüttert sei und nun nach Orientierung suche. Die Originalität des Ganzen hält sich dabei nach Ansicht Kittsteinenrs freilich in Grenzen: "Ähnliches kann man auch anderswo lesen."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.09.2005
Über diese Edition des nachgelassenen Manuskripts über den "Niedergang der europäischen Kultur" von Albert Schweitzer hat sich Friedrich Wilhelm Graf geärgert. Ausgerechnet dem Wahrhaftigkeitsfanatiker Schweitzer begegnen die Herausgeber Ulrich Körtner und Johann Zürcher mit ungenauen Editionstechniken, schimpft der Rezensent, der hier grobe "Leser-Täuschungen" anprangert. Die Herausgeber würden beispielsweise, da das Kapitel mit Schweitzers Vorstellungen über "Kulturgestaltung" in den Kolonien von der Erbin nicht zum Druck freigegeben worden ist und auch nicht einsehbar war, stattdessen einen 1927 gehaltenen Vortrag publizieren und behaupten, dass hier die Sicht Schweitzers in "neuerer, kürzerer und leichter überblickbarer Fassung" greifbar wäre. Hier weist Graf darauf hin, dass die Herausgeber das unterdrückte Kapitel ja gar nicht einsehen konnten und deshalb nicht wissen können, ob die Texte überhaupt vergleichbar sind. Des Weiteren, moniert er, wurden größere Passagen aus dem Text über "Kultur und Nichtkulturstaaten" gekürzt, was die Behauptung, es handele sich bei dem Band um ein "geschlossenes Ganzes", zumindest fraglich erscheinen lässt, wie Graf kritisch notiert.
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