Herausgeber: Fundacion Gustavo Bueno. Übersetzung und Einleitung von Nicole Holzenthal. Ausgehend von Ansätzen deutscher Philosophen entstand im 19. Jahrhundert die "Idee der Kultur" und gewann bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung. In den unterschiedlichsten Gesellschaften christlicher Tradition hat die Idee der Kultur die Rolle einer Idee-force inne, mit Hilfe derer praktische und spirituelle Wirklichkeiten wie Mensch, Freiheit oder Nation definiert werden. Doch was beinhaltet eigentlich der Begriff Kultur? Bei einer genaueren Untersuchung stellt sich die aktuelle Idee der Kultur als höchst verworren heraus, als ein obskurantistischer Mythos. Die vorliegende Studie setzt sich nicht nur zum Ziel, den Mythos-Charakter dieser Idee aufzudecken, sondern beabsichtigt gleichzeitig eine präzise Analyse ihrer Entstehung, Struktur und Funktion durchzuführen, um die Idee der Kultur endlich kritisch "aufzuklären".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.06.2002
Gustav Bueno Martinez ist der Begründer des, wie die Rezensentin Gabriella Vitiello meint, "sehr stichhaltigen und kohärenten philosophischen Systems" des "philosophischen Materialismus". In Spanien ist er ein viel gefragter Mann, mit dieser Übersetzung ist er nun auch für das breitere Publikum im deutschsprachigen Raum zu entdecken. Die Materialität, auf die diese Schule (denn darum handelt es sich inzwischen, wie Vitiello schreibt) Ideen wie Welt, Gott, Seele zurückführen will, ist eine dreifache: nämlich eine physische, eine psychische und eine gesellschaftliche. Kultur wird, in diesem Band, als historische Formation eines "sozialen Abgrenzungsmechanismus" verstanden, als Fortsetzung des Religiösen mit anderen Mitteln; erhalten bleibt das unerhörte Prestige, das die Zuordnung zur Kultur verleiht. Das Buch enthält ein Glossar zur Einführung in die Welt dieser "Schule von Oviedo"; die Rezensentin hält sich mit der Auseinandersetzung mit Buenos Thesen stark zurück, lobt die Ideen des Philosophen jedoch als "komplex".
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