Herausgegeben von John M. Krois. Das Bemühen um eine methodische Grundlegung der Geisteswissenschaften führt Cassirer zu dem Schluss, dass die allgemeine Erkenntnistheorie in ihrer herkömmlichen Form nicht ausreicht, um die verschiedenen Grundformen des Weltverstehens bestimmt voneinander abzugrenzen. Die dreibändige Philosophie der symbolischen Formen versteht sich als eine "Formenlehre des Geistes", die die besonderen Gesetze dieser Grundformen untersucht und ihre Stelle im Aufbau des Geistes markiert. Der erste Teil, Die Sprache, ist der Phänomenologie der sprachlichen Form gewidmet. Cassirer untersucht das Sprachproblem sowohl in der Geschichte der Philosophie als auch in der Entwicklung der Sprachwissenschaft seit Wilhelm von Humboldt. Sein Anliegen ist nicht die Betrachtung von Einzelerscheinungen, zu der die Fülle des empirischen Forschungsmaterials verleiten könnte, sondern die Erhellung des Besonderen durch einen allgemeinen Zusammenhang: die Charakteristik der reinen Sprachform.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2004
Sehr angetan zeigt sich Rezensent Thomas Meyer von Ernst Cassirers im schwedischen Exil gehaltene Goethe-Vorlesungen von 1940/41, die nun in einem von John Michael Krois "hervorragend editierten Band" vorliegen. Wie Meyer berichtet, bezeugen die Vorlesungen, wie sehr Cassirer an den frühen Einsichten festhielt. Goethe verkörpere für Cassirer einen "umfassenden Freiheitsbegriff", weil er sämtliche Möglichkeiten des Lebens auskostet und den Erfahrungen in der Dichtung eine Gestalt gegeben habe, die alles Subjektive überwinde. Cassirer sehe darin eine "Persönlichkeits-Ethik", die er zum Ausgangspunkt seiner eigenen ethischen Überlegungen mache, wonach das Individuum den "höchsten Wert" bedeute. Fazit des Rezensenten: Wer sich auf die Spuren von Cassirers Moralphilosophie begeben möchte, der kommt an diesem Band nicht vorbei.
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