Aus dem Portugiesischen von Marlen Eckl. In "Tod im Paradies" übernimmt Alberto Dines die Rolle eines sorgfältigen Reporters, sensiblen Schriftstellers, erfahrenen Historikers und aufmerksamen Psychologen. Kritisch und mitfühlend zugleich zeichnet er das Porträt eines Humanisten, der sich den Anforderungen seiner Zeit nicht gewachsen sah. Er dokumentiert mit besonderer Ausführlichkeit die letzten Lebensjahre dieses erstklassigen Schriftstellers in Brasilien, beschreibt dessen Liebe zu diesem Land und geht ausführlich auf die beiderseitigen Missverständnisse ein, die zu einem tragischen Ende führten. Es ist zugleich die Biografie über einen Biografen, der bis heute in Europa unvergessen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2007
Zunächst fühlte sich Thomas Meissner von der Lektüre von Alberto Dines' Stefan-Zweig-Buch recht beschwingt. "Ein Biograf, der schreiben kann!", jubelt er und delektiert sich an der einfachen Struktur des Textes, der Zweigs brasilianische Jahre und seinen Freitod ins Zentrum der Darstellung rückt. Als weitere Themen erkennt Meissner Zweigs Judentum und dessen Pazifismus. So weit, so gut. Leider ist das Buch zu dick, um den durch das Erzählen vom Ende her erreichten Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Dem müde gewordenen Rezensenten gehen plötzlich die Schönheitsfehler des Buches auf die Nerven: "Hagiografische Töne", die starke Beeinflussung durch bestehende Zweig-Literatur. So tüchtig Dines Material sammelt, so kürzungsbedürftig erscheint Meissner das Buch.
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