Herausgegeben von Ingeborg Fabri. Werkausgabe bei Zweitausendundeins Verlag, Nr. 18308. Fabris funkelnden Aphorismen und Aperçus und eleganten Essays über Sprache, Kunst und Literatur haben die jungen Autor/inn/en, Literatur- und Kunstkritiker/innen der deutschen Nachkriegsliteratur geprägt. Beispielhaft sind seine unkonventionellen Reden zu Kunstausstellungen. Sie sind fast immer auch eine messerscharfe (und entsprechend unpopuläre) Kritik an Kunstbetrieb und Kunstbetrachtung der fünfziger und sechziger Jahre. Zu seinen Wahlverwandten zählte Fabri Montaigne, Valéry, Mallarmé, Rimbaud, Novalis und Lichtenberg, Wittgenstein und Benn. Die Werkausgabe enthält sämtliche Essays, Dialoge, Aphorismen, Reden und kritischen Reflexionen über Sprache, Literatur und Kunst, die in Fabris selbständigen Publikationen erschienen sind. Darüber hinaus unveröffentlichte oder schwer greifbare Texte aus Zeitschriften sowie Selbstzeugnisse und Briefauszüge. Ergänzt wird die Edition durch biografische Daten, Anmerkungen sowie eine Bibliografie, die auch die Sekundärliteratur umfaßt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2001
Albrecht Fabri war stets ein wenig bekannter Außenseiter unter den deutschen Nachkriegsautoren. Das hatte damit zu tun, so Heinz Ludwig Arnold in seiner Besprechung, dass sein Hauptinteresse stets dem Stil, der Präzision des Denkens und der Formulierung galt, dass seine Literatur von der Sprache her geschrieben war, nicht von der Sache oder vom politischen Engagement. Dabei war er, betont Arnold, ein "Meister der Kleinform", und die auf der langen Strecke der 700 Seiten versammelten, "fast immer poetischen Essays" und Kurztexte erweisen sich ihm als "Lebenswerk an gedanklicher Essenz von stilistischer Schärfe". Fabris Denken des Paradoxen, die Vermeidung des unmittelbar Einleuchtenden könnte, das jedenfalls Arnolds Vorschlag am Schluss in Form einer rhetorischen Frage, auch heute noch fruchtbar gemacht werden.
Felix Philipp Ingold bespricht eingehend die Herausgabe der Gesammelten Schriften des Autors, der durch seine "zeitlosen" Einsichten zumeist als "unzeitgemäß" abgetan worden sei. Er findet es bemerkenswert, dass der Kunst- und Literaturkritiker Fabri, der ausschließlich Gelegenheitsarbeiten zu gegebenen Themen und Anlässen verfasst habe, jedem noch so nebensächlichen Gegenstand eine "Lehre" abgewinne, die das Wirklichkeitsverständnis vertiefe. Ingold preist den "betont nüchternen" Stil des Autors, der mitunter sogar "ungeschlacht" daherkomme, dabei aber stets seinem Anlass angemessen sei. Seine Thesen hätten eine derart "unabweisbare Überzeugungskraft", dass sie dem Leser des öfteren blitzartigen Erkenntnisgewinn bei komplexen Zusammenhängen zuteil werden ließen, schwärmt der Rezensent.
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