Aus dem Bulgarischen von Alexander Sitzmann. Bulgarien? Rückständig, korrupt und faul? Als neuer Botschafter in London ist Varadin Dimitrov ausersehen, das Image Bulgariens im Westen zu verbessern. Was er vorfindet, als er eines Morgens an der respektablen Botschaftsadresse in Kensington läutet, macht klar, dass tatsächlich viel Arbeit auf ihn wartet: ein Provinzbürgermeister beim Katerfrühstück, der Koch im Clinch mit seiner Frau, der Staubsauger kaputt. Die zivilisierte Welt verdankt Bulgarien zwar das WC, aber das hilft dem neuen Botschafter bei seiner Mission ebenso wenig wie die Tatsache, dass sein Vorgänger das Haus nicht räumen will, weil er verzweifelt gegen seine Rückkehr in die Heimat kämpft. Außerdem: In der Kühltruhe im Keller lagern Enten, die von der Russen-Mafia gekidnappt wurden. Mission impossible? Varadin Dimitrov sucht Hilfe bei einer PR Agentur, die ihm Zugang zur High Society verspricht, Glanz, Glamour und jede Menge Prominente. Eine davon ist seine Putzfrau, die führt ein Doppelleben und ist darüber hinaus längst tot.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2006
Rezensent Ulrich M. Schmid hat sich prächtig amüsiert mit dieser Groteske. Autor Alek Popov verschwende keine Zeit, sondern steige gleich voll in die Handlung ein. Schmid ist hingerissen vom "Sprachwitz", mit dem Popov die Geschichte eines bulgarischen Diplomaten in London erzählt, der nichts als seine Karriere im Kopf hat, dabei aber vom widerspenstigen und chaotischen Botschaftspersonal ausgebremst wird. Für Schmid liefert dieser "fulminante" Roman einen sehr unterhaltsamen Einblick in die "balkanische Befindlichkeit".
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