Alexander Braun

Horror im Comic

Cover: Horror im Comic
Avant Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783964450678
Gebunden, 456 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Horror-Comics gibt es seit den frühen 1950er-Jahren. Sofort wurden sie von konservativen Kräften der amerikanischen Gesellschaft der McCarthy-Ära angefeindet, was 1954 zur Verabschiedung eines Selbstzensur-Codes der Industrie führte. Zensur ist eigentlich ein No-Go für westliche Demokratien, aber Horrorcomics - insbesondere die des EC-Verlags - waren zu subversiv, zu gesellschaftskritisch und zu autonom im Sinne einer unerwünschten Jugendkultur. Ab den späten 1960er-Jahren setzte schließlich eine Liberalisierung ein und Horror wurde zu einer festen Größe der Pop- und Comic-Kultur. Vampire, Werwölfe, Frankensteins Monster: sie alle wurden jetzt auch als Comic adaptiert. Dazu Geister und Dämonen, Okkultismus und Zombies, sowie Manga-Gore aus Japan. Diese Publikation präsentiert 70 Jahre Horror-Comics, vorgestellt durch seltene Dokumente und Meisterwerke von Graham Ingels, Jack Davis, Bernie Wrightson, Richard Corben, Mike Mignola, Hideshi Hino, Shintaro Kago u.v.m. - darüber hinaus liefert Alexander Braun ganz nebenbei auch einen spannenden Ritt durch Gesellschafts- und Kulturgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.09.2022

Rezensent Fritz Göttler lässt sich von Alexander Braun gern einladen auf einen Trip in den Untergrund der amerikanischen Kultur. Der Kunsthistoriker widmet sich dem Horror im Comic, begonnen 1946 bei den ersten Heften von EC, die mit Darstellungen von Sex, Gewalt und Unterdrückung Tabus brachen und die "Lust am Anarchischen" befriedigten, wie Göttler erinnert. Bereits in den Fünfzigern wurde auf Drängen der Republikaner ein Code zur Zensur der Inhalte verabschiedet, so wurden sie als Underground Comics publiziert, bis sich die Regulierung wieder lockerte, fährt Göttler fort. Diesen Kampf zwischen Anarchie und Zensur zeichnet Braun zunächst sehr lesenswert nach, um sich dann im zweiten Teil thematischen Aspekten wie Zombies, Psychopathen und der Apokalypse zu widmen, freut sich der Rezensent, der mit dem Autor schließlich auch noch in italienische Horror-Comics der Siebzier und Achtziger lugt.
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