Der Deutschlanddiskurs, welcher der Deutschlandpolitik der Wilson-Administration zugrunde lag, wurde von den amerikanischen Entscheidungsträgern im Kontext des Ersten Weltkriegs beeinflußt und politisch instrumentalisiert - was aber von der bisherigen Forschung kaum aufgezeigt wurde. Anschaulich und mit vielen unbekannten Belegen deckt der in Oxford lehrende Historiker Alexander Sedlmaier auf, wie Wilsons Deutschlandbilder einer kontinuierlichen Verhärtung ausgesetzt waren und in ihrer internen Differenzierung stetig abnahmen. Die reservierten, aber vielschichtigen Urteile des Gelehrten wichen nach der taktisch motivierten Unterdrückung in der Neutralitätsphase den monolithischen Bildern des Propagandisten, wobei die Polarisierung zwischen Selbst- und Feindbild zunahm.
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