Christoph Peters

Tage in Tokio

Cover: Tage in Tokio
Luchterhand Literaturverlag, München 2021
ISBN 9783630876634
Gebunden, 256 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Mit Illustrationen von Matthias Beckmann. Seit 35 Jahren beschäftigt sich Christoph Peters mit Japan. Er hat Romane über Japan geschrieben, sich in der traditionellen Teezeremonie ausgebildet, sammelt japanische Keramiken. Doch in Japan ist er nie gewesen. Die erste Reise nach Tokio muss also zum Abgleich werden zwischen Fantasie und Realität. Christoph Peters streift durch Metro und Seitenstraßen, Sushibars und Museen, besucht Tempelanlagen und einen Boxkampf. Und er ist ein eminent genauer Beobachter: Aus den Blicken der Menschen in der U-Bahn, aus den Regeln der Konversation, aus dem Nuancenreichtum in der Glasur einer Teeschale entsteht das Panorama einer ganzen Kultur. "Tage in Tokio" ist die Liebeserklärung an ein faszinierendes und widersprüchliches Land, das mit jedem Versuch, es zu verstehen, auch etwas über uns erzählt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.01.2022

Rezensent Thomas Schaefer entdeckt in Christoph Peters' unkonventionellem Reisebericht aus Japan eine hilfreiche Handreichung in Sachen Reisen und der Begegnung mit dem Fremden schlechthin. Wie der intime Kenner des Landes nach jahrelangen (virtuellen) Studien und einigen in Japan spielenden Romanen 2019 erstmals japanischen Boden betritt, das birgt für Schaefer wie für den Autor jede Menge Überraschungen, Anlass zur Revision und zu Fragen über das Vertraute und das Fremde und die eigene Wahrnehmung. Vieles, was der Autor zu kennen glaubte, Tee-Zeremonien, Leben im Ryokan etc., erscheint neu und ganz anders, so Schaefer. Dass Peters sich dabei die Selbstironie bewahrt und den Leser gut unterhält, scheint ihm bemerkenswert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2021

Rezensent Axel Weidermann ist erstaunt: Der als Japankenner bekannte Autor Christoph Peters war bis vor kurzem noch nie in dem Land. Das Buch ist laut Weidermann geprägt von Peters' langer Beschäftigung mit Japan und seinem ersten Besuch dort, bei dem er Gelesenes sozusagen mit der Wirklichkeit abgleicht. Für den Leser ist das nicht immer befriedigend, findet Weidermann. Wer Reisebeobachtungen erwartet, wird weitgehend enttäuscht, warnt Weidermann, weil der Autor vor allem seine eigenen Gedanken reflektiert und Exkurse in Sachen Kunsttheorie oder Buddhismus anbietet, sich ansonsten aber, etwa bei der Frage nach dem Rassismus in Japan, eher aufs Hörensagen verlässt. Der Ton des Ganzen ist immerhin klar und abwägend, stellt Weidermann fest.

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