Alexandra Schauer

Mensch ohne Welt

Eine Soziologie spätmoderner Vergesellschaftung
Cover: Mensch ohne Welt
Suhrkamp Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783518299739
Kartoniert, 704 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

"Die Menschen können sich heute eher ein Ende der Welt als ein Ende des Kapitalismus vorstellen", lautet ein oft zitierter Befund. Alexandra Schauer geht dieser spätmodernen Malaise in ihrem überaus materialreichen Buch auf den Grund. In drei historischen Rekonstruktionsbewegungen zeigt sie am Wandel der Zeiterfahrung, der Öffentlichkeit und der Stadt, wie es kam, dass die Welt als Ort wechselseitiger Verständigung und gemeinsamen Handelns an Bedeutung und die für die politische Moderne einst so zentrale Idee der Gestaltbarkeit von Gesellschaft an Strahlkraft eingebüßt hat. Das hat schwerwiegende Konsequenzen für das vergesellschaftete Individuum der Gegenwart, das sich in der von ihm hervorgebrachten Wirklichkeit nicht mehr aus- und wiedererkennt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2023

Rezensent Michael Mönninger hält das Buch der Soziologin Alexandra Schauer für allzu "defizitorientiert". Das Jammertal der "Augenblicksorientierung" ohne Vergangenheit und Zukunft, in dem sich der Mensch nur noch von einem Insta-Moment zum nächsten hangelt, wie es die Autorin mit Koselleck und Blumenberg beschreibt und kritisiert, scheint Mönninger nicht zu kennen. Die Nostalgie der Autorin, wenn sie auf eine Zeit zurückblickt, in der es noch öffentliche Uhren gab, teilt Mönninger nicht. Alltagsfern findet er auch Schauers "alarmistischen" Blick auf die Weltwirtschaft, der Erfolge im Kampf gegen Sterblichkeit und Hunger ausblendet, wie Mönninger meint.
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