"Heimkehr der Fronttruppen" widmet sich der verlorenen Generation der Kriegsheimkehrer. Der Altphilologe Friedrich Becker findet in seiner Verzweiflung Halt im christlichen Glauben. Der Dramatiker Erwin Stauffer sucht immer noch nach seinem Glück in der Liebe. Und mit dem jungen Freikorpsoffizier Johannes Maus taucht ein junger Kriegsheimkehrer auf, der mit seinem Kampf für ein vermeintlich gesundes Deutschland bereits auf die Zeit des Nationalsozialismus verweist. In Berlin ziehen indessen die deutschen Fronttruppen ein, und in Paris bereitet man eine große Friedenskonferenz vor.
Als Werk, das in seiner Form Maßstäbe sprengt und im Inhalt eine Synthese der missglückten deutschen Revolution des Jahrs 1918 versucht, preist Rezensent Jan Süselbeck diese Neuausgabe des späten Texts von Alfred Döblin. Dessen eigene Lage war, wie Süselbeck hinzuzufügen für nötig hält, zur Zeit der Niederschrift in den späten dreißiger, dann den vierziger Jahren, mehr als schwierig. Auf der Flucht vor Hitler, in Frankreich erst, dann in den USA, ohne Geld. Das 2000-Seiten-Werk, das auch die Gattungsbezeichnung Roman hinter sich lässt, versucht sich an einer Analyse der deutschen Gesellschaft des Nachkriegs. In real existierende Protagonisten wie Friedrich Ebert, Rosa Luxemburg, aber auch Mitglieder der rechten Freikorps imaginiert Döblin sich, auf keine Perspektive festgelegt, hinein. Nur bewundern kann der Rezensent dieses Einfühlungs- und Eindenkungsvermögen. Die Form des Buchs, fügt er hinzu, nehme sich neben dem biederen "Neorealismus" heutiger Literaten wie Tellkamp, Schulze und so weiter erst recht so radikal aus, wie sie es damals schon war.
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