Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.05.2000
Rezensent Thomas Maissen streckt uns erstmal den blutigen Kopf des englischen Königs Karl II. entgegen, der 1649 sein Leben auf dem Schaffott verlor. Damit ist das Trauma, das die Hinrichtung eines Königs für Europa bedeutete, sogleich präsent. Und auch die historische Leistung von Lordprotektor James Harrington, der mit
seiner Schrift "Oceana" 1656 ein Basiswerk der modernen Verfassungstheorie schuf. Alois Riklins Zusammenfassung von Harringtons Werk findet Maissen "detailreich" und "verdienstvoll", auch weil eine inzwischen vergriffene deutsche Erstübertragung des historischen Textes "ungenügend" gewesen sei. Obwohl der Rezensent die Einordnung von Harringtons "geschichtsphilosophischen Prämissen" durch Riklin nicht immer teilt, findet er in dessen "systemtischer Analyse" viel Stoff zur Auseinandersetzung: was eher für die besprochene
Edition spricht.
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