Amir Eshel

Dichterisch denken

Ein Essay
Cover: Dichterisch denken
Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783633543045
Gebunden, 279 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ursula Kömen. Was Dichten und Denken unterscheidet und wie eng das eine mit dem anderen doch zusammengehört, zeigt Amir Eshel in diesem Essay. Dichten ist nach einem Wort von Hannah Arendt Denken ohne Geländer: frei, ungebunden, ein Versuch jenseits einer Systematik. Damit wirkt Dichtung auf das Denken ein. Es gibt ein dichterisches Denken, das Eshel anhand von Gedichten aufzeigt, aber auch an Bildern von Gerhard Richter, an Werken von Dani Karavan und Installationen, die allesamt einen ganzen Zusammenhang ausdrücken. Amir Eshel richtet seine Aufmerksamkeit auf zeitgenössische Künstler, deren Werke Inhumanität und Unfreiheit ins Zentrum rücken und in ihrer künstlerischen Gestaltung einen Ausweg aus der negativen Wirklichkeit, Erfahrung und Einschränkung weisen zu eigenem Denken, zu perspektivischer Weite, die den Anderen in die Betrachtung einbezieht, zu neuen Formen und Inhalten. Und Amir Eshel zeigt, wie wir es lernen können, dichterisch zu denken, denkend zu dichten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2021

Rezensent Harald Hartung lässt sich anregen von Amir Eshels Essay über das Wesen poetischen Denkens heute. Dass der Autor seinen Text mit Lyrik von Paul Celan und Dan Pagis und der Bezeugung des Holocaust in der Dichtung beginnt, scheint Hartung folgerichtig, schließlich ist Eshel selber Dichter. Dann aber geht der Autor über zur bildenden Kunst, namentlich zu den Gemälden Gerhard Richters und den Skulpturen Dani Karavans. Vor allem Eshels Auseinandersetzung mit Richter und seiner abstrahierenden Darstellung von KZ-Insassen scheint Hartung zu berühren, zumal der Autor in seinen Überlegungen einen "erstaunlichen Optimismus" an den Tag legt.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 12.08.2020

Volker Mühleis nimmt Amir Eshels Buch als Leitfaden und Anregung zur Anwendung der Urteilskraft. Wie der Autor sich gegen das utilitaristische und für ein poetisches Denken ausspricht, findet Mühleis überzeugend und angesichts der politischen Lage in den USA auch hochaktuell. Anhand der Arbeiten von Gerhard Richter, Paul Celan, Dani Karavan und Dan Pagis sowie mit Verweisen auf Hannah Arendt kann ihm der Autor essayistisch, doch konzentriert und genau künstlerische Entscheidungsfindung und die "ethische Relevanz künstlerischer Umgehensweisen" nachvollziehbar machen.
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