Der Jahresbericht 2006 liefert Daten und Fakten zum aktuellen Stand der Menschenrechtssituation in aller Welt. Neben kurzen Länderinformationen dokumentiert er Fälle von gewaltlosen politischen Gefangenen sowie Opfern schwerer Menschrechtsverletzungen und appelliert an die Weltöffentlichkeit, nicht die Augen zu verschließen, sondern Menschenrechtsverletzungen aktiv entgegenzutreten. Im "Kampf gegen den Terrorismus" ist Folter in vielen Staaten der Welt wieder hoffähig geworden. Demokratische Staaten lassen Verdächtige in Drittländern foltern, Menschenrechte werden mit Füßen getreten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2006
Die Bilanz des aktuellen Jahresberichts über die Situation der Menschenrechte in der Welt von amnesty international fällt nach Ansicht von Rezensent Wilfried von Bredow wieder einmal "düster und deprimierend" aus. Er würdigt die Arbeit der Menschrechtsorganisation, die sich weltweit um Gefangene kümmert, deren Rechte missachtet werden. Allerdings hat er im Blick auf den Jahresbericht einige grundlegende Bedenken. So stört ihn der Stil des Berichts, den er als eine Mischung aus "journalistischem Human Touch und juristischer Argumentation" beschreibt. Die eigentliche Schwäche des Berichts aber sieht er darin, dass dieser die Relevanz von Menschenrechtsverletzungen in verschiedenen Staatsformen, Demokratien oder Diktaturen, aus Gründen der politischen Unparteilichkeit nicht genauer einschätzen kann und will. Dementsprechend fehlen auch Analysen zu den jeweiligen Hintergründen der Menschenrechtsverletzungen. "Für die ai-Perspektive braucht es solche Analyse nicht", resümiert der Rezensent. "Eine globale Bilanz der Menschenrechtssituation kommt aber ohne einen politischen Ordnungsrahmen nicht aus."
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