"Eine Welt ohne Furcht und Not" - dieser Grundsatz aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist heute für immer mehr Menschen ein unerfülltes Versprechen. Bürgerkriege, Terrorgruppen wie der Islamische Staat aber auch der Missbrauch staatlicher Souveränität haben den größten Flüchtlingsstrom seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ausgelöst. 51 Millionen Menschen sind auf der Flucht vor religiöser, ethnischer und wirtschaftlicher Diskriminierung, vor Misshandlung, Folter und Tod. Der Report von Amnesty International gibt Auskunft über die Situation der Menschenrechte in ca. 150 Staaten und ist zugleich ein wichtiger Appell an die Weltöffentlichkeit, sich gegen Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Unterdrückung einzusetzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.07.2015
Christian Hillgruber steht dem Report von Amnesty durchaus kritisch gegenüber. Zwar schätzt er die globale Beobachtung der Menschenrechtslage durch die Organisation, doch scheint ihm Amnesty eben auch manchmal daneben zu liegen, wenn es darum geht, einzuschätzen, was eine Menschenrechtsverletzung ist, was nicht. Stichwort: Schwangerschaftsabbruch. Hier sieht Hillgruber Amnesty auf dem Holzweg, wenn es eine Menschenrechtsverletzung bedeutet, das Recht des Schwangerschaftsabbruchs nicht einzuräumen. Ebenso diskussionswürdig scheint ihm Amnestys Misstrauen gegenüber europäischen Institutionen. Insgesamt bietet ihm der Report jedoch differenzierte Analysen zur Lage in China, Afrika oder den USA, zu Fort- und Rückschritten in Sachen Menschenrechte.
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