Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. In seinem neuen Erzählungsband knüpft Amos Oz an seine großen Erfolge an und kehrt zu seinen Wurzeln zurück, zu der Zeit, die ihn am meisten inspiriert hat: seine Kibbuz-Jahre. Die acht Erzählungen spielen im fiktiven Kibbuz Ikat und zeichnen prägnante und feinfühlige Porträts von Frauen und Männern, die ihren ganz eigenen Träumen und ihrem eigenen Schmerz nachhängen, immer im Schatten des großen Traums vom Kollektiv. Da ist Zvi, der pessimistische Gärtner, der alle im Kibbuz mit aktuellen Katastrophenmeldungen versorgt; David, der Lehrer, der die Frauen liebt; Nina, eine eigensinnige junge Frau, die es keine Nacht mehr mit ihrem Mann aushält; und Martin, ein Schuster, der den Holocaust überlebt hat. Oz tastet sich behutsam an seine Figuren heran, beobachtet sie, ihre Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte mit nüchternem Blick und mit großer Empathie. Jede dieser Geschichten ist ein literarisches Kleinod, alle zusammen ergeben sie ein Porträt einer großen Idee und einer ganz spezifischen Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.05.2013
Ein großes, kraftvolles Buch findet Meike Fessmann in Amos Oz' "Unter Freunden". Der Band versammelt Geschichten aus dem Kibbuzleben der 50er Jahre. Besonders beendruckt haben Fessmann die eindrücklichen Figurenzeichnungen - die verwitwete Lehrerin auf Männerjagd, der Junggeselle, der Katastrophennachrichten liebt ... Stets will Fessmann sofort wissen, wie es mit der Figur weitergeht. Für sie hat das mit der Kenntnis und der Nähe des Autors betreffend sein Personal und seine Lebenswelt zu tun. Kleinste Gesten von großer Zartheit bezaubern die Rezensentin und bedeuten ihr, dass diese Geschichten keinen Effekt nötig haben. Wie der Autor darüber hinaus die Zeitstimmung am Ende der 50er trifft, die jeweiligen Fragen zum menschlichen Miteinander, lassen Fessmann die "altmodische" Erzählkunst des Autors geradezu zeitlos erscheinen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2013
Mit viel Lob versieht Rezensentin Felicitas von Lovenberg den neuen Roman von Amos Oz. Sie liest hier acht in den fünfziger und sechziger Jahren spielende Geschichten aus dem fiktiven Kibbuz Jikhat, die immer wieder von Einsamkeit und Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit in dem auf Abhärtung, Disziplin und Pflichterfüllung ausgelegten Kibbuz-Kollektiv handeln. Der Kritikerin begegnet etwa der kleine Juva, der im Kinderhaus jede Nacht ins Bett macht, von seinen Altersgenossen gehänselt wird und auch von seinen Eltern keine Zuneigung erwarten kann. Berührt liest Lovenberg auch von dem Schicksal des Gärtners Zvi, der aus Menschenscheu vor seiner Liebe zu der verwitweten Lehrerin Luna flieht und sich lieber mit Katastrophenmeldungen ablenkt. Wieder einmal gelinge es Oz ebenso kunstvoll wie respekt- und liebevoll zu erzählen, schwärmt die Kritikerin, die in jedem der wunderbar "schlichten" Sätze des Autors ein wahres "Kleinod" entdeckt.
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