Rudolf Wolters war Schüler von Heinrich Tessenow und Hans Poelzig. Nach einer Schaffensphase in der Sowjetunion kam er 1933 nach Deutschland zurück und wurde im Schatten seines Jugendfreundes Albert Speer einer der einfl ussreichsten Architekten des nationalsozialistischen Deutschlands. Als engster Mitarbeiter von Speer arbeitete er an der Neugestaltung der 'Reichshauptstadt' und schrieb für ihn Reden und Pressetexte. Von Speer von jeder Verantwortung freigesprochen, lebte Wolters nach 1945 unbehelligt in seiner Heimatstadt Coesfeld, von wo aus er dank seiner NS-Verbindungen ein Netzwerk von Architekten zum Aufbau der Bundesrepublik flocht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2016
Deschans biografische Beschäftigung mit Rudolf Wolters, dem Freund und Partner des NS-Architekten Albert Speer, ist laut Rezensent Robert Kaltenbrunner vor allem deshalb lesenswert, weil sie die Architektur und die unter Hitler erfolgreichen Architekten zurück in ihren Kontext rückt. Darüber hinaus, schreibt der Rezensent, gibt sie den Blick auf eine bedeutende Figur und damit den Prototypen eines Figuren-Typus des Nationalsozialismus frei, der bislang von der Forschung und Geschichtsschreibung weitgehend unbeachtet blieb: die opportunistische, "technokratische Funktionselite". Ein wenig waghalsiger, ein bisschen lauter und deutlicher, hätte Kaltenbrunner sich den Autor in einigen Aussagen und Beschreibungen gewünscht, doch alles in allem sei "Im Schatten von Albert Speer" absolut empfehlenswert.
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