Andrea Maria Schenkel

Als die Liebe endlich war

Roman
Cover: Als die Liebe endlich war
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2016
ISBN 9783455403824
Gebunden, 384 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Verfolgung, Existenzangst und Neuanfänge in der Fremde - das sind die Erfahrungen des jungen Juden Carl Schwarz, als er 1950 in Brooklyn Emmi kennenlernt, die wie er aus Bayern stammt. Sie hat Deutschland nach dem Krieg verlassen, und wie er will auch sie ein neues Leben beginnen. Carl findet bei Emmi die Heimat, die er elfjährig verlassen musste, und lebenslange Liebe und Geborgenheit. Über die Vergangenheit reden beide nicht - zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an das, was war. Jahrzehnte später wird Carl von einer Freundin gebeten, den schriftlichen Nachlass ihres verstorbenen Ehemannes durchzusehen, eines Holocaust-Überlebenden. Nur widerwillig macht sich Carl an die Arbeit - und stößt in den Briefen und Unterlagen aus dem KZ Dachau auf Hinweise aus Emmis Vergangenheit. Das Fundament aus Verschweigen und Halbwahrheiten, auf dem ihr gemeinsames Leben basierte, beginnt zu zerbrechen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2016

Andrea Maria Schenkel hat sich mit ihrem neuen Kriminalroman einiges vorgenommen, meint Rezensent Friedmar Apel. Wie ein Epochenroman a la Thomas Mann erscheint dem Kritiker dieses Buch, in dem die Autorin die Geschichte einer jüdischen Familie, die im Jahre 1938 nach Shanghai emigriert, mit dem Schicksal einer Haushälterin verknüpft, die einer Engelmacherin der Nazi-Prominenz dient. Anleihen an Robert Louis Stevenson oder Edgar Alan Poe entdeckt der Rezensent hier ebenso wie Anspielungen auf den KZ-Arzt Josef Mengele, bisweilen wähnt sich Apel gar in Filmszenen aus "Casablanca" und verdrückt beim Lesen die ein oder andere Träne. Das alles gelingt erstaunlich gut, findet der Kritiker: Die Autorin brilliert nicht nur in mitfühlender Figurenzeichnung, sondern schreibt auch witzig, spannend und eindringlich und verzichtet erfreulicherweise auf Klischees, urteilt der Rezensent. Dass die Fragen dieses Romans manchmal knapp am Trivialen vorbeischrammen, verzeiht Apel gern: Immerhin handele es sich hier um Unterhaltungsliteratur.
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