Mit zwei Kompositionen Geists auf CD. Ein ergreifendes Zeugnis aus der Schreckenszeit der Massenmorde an den Juden. Wir werden Leser von intimen Tagebuchblättern, die nie für fremde Augen bestimmt waren; von Zwiegesprächen, die Edwin Geist mit der im gar nicht fernen Ghetto internierten, aber doch unerreichbaren, geliebten Frau führt - mit Lyda. Der als Halbjude von den Nationalsozialisten mit Berufsverbot bestrafte Komponist Edwin Geist war 1938 von Berlin ins litauische Kaunas gegangen, wo er sich in Lyda verliebte und sie heiratete. Reinhard Kaiser ist vor Jahren auf diese Hefte gestoßen - und hat sie nun neu ediert und kommentiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2012
Dass der verdienstvolle Rechercheur und Herausgeber dieser zum Teil privatesten Dokumente, Reinhard Kaiser, hinter seinem Forschungsobjekt in den Hintergrund tritt, findet den Zuspruch des Rezensenten Thomas Medicus. Die so in den Fokus gerückte Person des litauischen Komponisten Edwin Geist und seine Geschichte, haben es Medicus angetan. Gerührt ob der Liebesgeschichte zwischen Geist und Lyda Bagrianski, zutiefst erschrocken durch die Verfolgung und Ermordung beider im Holocaust, greift Medicus zu der dem Band beigegebenen CD mit Kompositionen Geists und lauscht ergriffen.
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