Immer mehr Babys werden mit medizinischer Unterstützung gezeugt. Diese Kinder, Samenspender und Leihmütter sind die neuen Akteure der Reproduktionsmedizin doch was bedeutet das für unser Verständnis von Familie? Was passiert, wenn biologische Elternschaft sich von sozialer entfernt? Von der Ukraine über Deutschland bis nach Kalifornien hat Andreas Bernard die maßgeblichen Orte, u.a. Samenbanken und Labore, aufgesucht, Eltern, Spender und Mediziner nach ihren Motiven befragt, die Schicksale der Kinder recherchiert. Gleichzeitig hat er die Geschichte des Wissens um die Reproduktion aufgearbeitet und Erstaunliches zutage gefördert. In Verbindung aus Reportage und Wissenschaftsgeschichte gelingt ihm eine glänzend erzählte Bestandsaufnahme aller Aspekte der künstlichen Zeugung von Menschen und was das für die Ordnung der Familie bedeutet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2014
Martina Lenzen-Schulte hat Einwände gegen dieses aktuelle Buch zum Thema Reproduktionsmedizin. Dass der Autor Medizinhistorik und Reportage (vor Ort in den Samenbanken) miteinander verknüpft geht für die Rezensentin in Ordnung. Allerdings fehlen ihr hier kritische Hinweise auf das Geschäft mit der Spendern und Leihmüttern. Auch den Manipulationen im Labor steht Andreas Bernard laut Rezensentin zu unkritisch gegenüber. Die dunkle Seite der Reproduktionsmedizin hätte auf jeden Fall mit ins Buch gehört, findet Lenzen-Schulte. Und wenn der Autor schließlich eine Musterfamilie besucht und über die Erneuerung des Konstrukts Familie frohlockt, sieht die Rezensentin vor allem Klischees bedient.
Andreas Bernard macht sich in seinem Buch "Kinder machen" auf die Suche nach all den "Variationen der assistierten Empfängnis", die durch medizine Entwicklungen heute möglich sind, berichtet Elisabeth von Thadden. Die technische Hilfestellung ist in Deutschland inzwischen üblicher als man denken mag, verrät die Rezensentin: jede vierzigste Geburt geht durch eines von insgesamt hundertvierzig Reproduktionszentren. Da drängt sich die Frage nach den gesellschaftlichen Auswirkungen förmlich auf, meint Thadden. Bernard stellt allerdings keinen Verfall aller Werte fest, sondern, im Gegenteil, eine "zeitgenössische Belebung des bürgerlichen Vater-Mutter-Kind-Modells", erklärt die Rezensentin. Die moderne Technik ermöglicht der modernen westlichen Gesellschaft also die Konservierung ihrer vormodernen Familientradition, fasst Thadden zusammen, für die allerdings die Frage offen bleibt, was die Märkte wohl in weniger reichen Weltgegenden aus der ganzen Technik schöpfen werden.
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