Andreas Diesel, Dieter Gerten

Looking for Europe

Neofolk und Hintergründe
Cover: Looking for Europe
Auerbach Tonträger, Zeltingen 2005
ISBN 9783936878028
Kartoniert, 528 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

The book will be in german language and is the definitive study of the Neofolk genre - the music underground's best-kept secret? Neofolk has nothing to do with folksy sing-along music - this music stems from the dark Gothic music scene and is nothing to sway to. It is a playground for punky attitudes and SS death-heads, for pastoral romanticism and Riefenstahl aesthetics.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.11.2005

Mit "Looking for Europe", so der Rezensent Wolfgang Müller, legen Andreas Diesel und Dieter Gerten ein "umfangreiches" und "üppig" bebildertes Nachschlagewerk vor, das versucht, die "kleine und relativ geschlossene" Neofolk-Szene, die das Erbe des Punk und des Industrials der Achtziger angetreten hat, in "Bandporträts, Interviews und Dokumenten" vorzustellen und auf ihr Selbstverständnis hin zu untersuchen. Die riesige Artenvielfalt, die dabei zutage tritt, reicht laut Rezensent vom "erbarmungslosen Industriekrach über eigensinnige Esoterik bis hin zur weinerlichen Naturlyrik" und enttäuscht nicht selten durch ihre - nicht nur "ästhetische - "Irrelevanz". Weder werden die Fragen der Achtziger Jahre weiter gesponnen noch scheint es "neue Fragen" zu geben, stellt der einigermaßen peinlich berührte Rezensent fest. Drum zitiert er auch Ernst Jandl: "Lechts und rinks kann man nicht velwechsern. Werch ein Illtum!" Der Neofolk-Szene fehle es an politischer beziehungsweise intellektueller Verortung, wie auch das von dem Rezensenten als "echte Offenbarung" bezeichnete Interview mit dem Kulturjournalisten Martin Büsser verdeutliche. Sentimentale "Romantik" und spirituelle "Visionen" einer Überwindung der Konsumgesellschaft hingegen ergeben letztendlich "Brei", was jedoch vonseiten des Rezensenten nicht als Kritik am vorliegenden Buch, sondern vielmehr an der Qualität der Szene selbst verstanden werden soll.
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