Andreas Pecar entwickelt in seinem Werk am Beispiel des Wiener Kaiserhofes unter Karl VI. eine neue Interpretation der Stellung, die der Adel an den europäischen Höfen einnahm. Es entsteht eine Gesamtschau der Hofgesellschaft, die politische, wirtschaftliche und kulturell-symbolische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Dem Leser bietet sich so ein facettenreiches Bild über einen der prominentesten Fürstenhöfe des Ancien Regime.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2003
Ein "ebenso anregendes wie grundlegendes Werk", ein "Glanzstück" gar, erblickt Rezensent Gerrit Walther in Andreas Pecars Arbeit über den Kaiserhof im Zeitalter des Absolutismus. Wie Walther ausführt, zeigt Pecar - anknüpfend an Bourdieus Konzept des symbolischem Kapitals -, wie Karl der VI., der von 1711 bis 1740 über ein riesiges Reich herrschte, die Opposition in Zaum hielt. Zwar war es das Privileg des Kaisers, Ämter und Posten zu verteilen, als eigentlichen Akteur bei Hofe aber schildere Pecar den Adel, der den Hof als Podium genutzt habe, um seinen Führungsanspruch zu demonstrieren. Diese Konkurrenz um mehr oder weniger symbolisches Kapital, die es im Austausch von ökonomischen Kapital zu erlangen galt, führe Pecar an drei Beispielen vor Augen: am Wettbewerb um Hofämter, am Zeremoniell und an der Verewigung adliger Ambitionen in repräsentativen Bauwerken. Dabei haben den Rezensenten Pecars "bewundernswerter Akribie", seine zahllosen Daten und "spannenden Beispiele", so beeindruckt, dass er Pecar auch seinen "bisweilen zeremoniösen Soziologenton" gerne nachsieht.
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