Jens Jessen

Was vom Adel blieb

Eine bürgerliche Betrachtung
Cover: Was vom Adel blieb
zu Klampen Verlag, Springe 2018
ISBN 9783866745803
Gebunden, 104 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Mit der Abschaffung seiner Standesvorrechte im Jahre 1919 verlor der Adel die Reste des Einflusses, die ihm in Deutschland nach einem langen und schleichenden ökonomischen Niedergang geblieben waren. Dennoch steht gerade die Hocharistokratie auch heute noch im Rampenlicht und füllt zuverlässig die Spalten der Klatschpresse. Statt dem europäischen Adel nur mehr einen gewissen Unterhaltungswert zuzubilligen, spräche manches dafür, ihn als eine Art genetisches Weltkulturerbe zu betrachten: kostbar und bedroht. Denn aristokratische Lebensform und höfische Etikette haben über ein Jahrtausend die abendländischen Umgangsformen geprägt und ihre Spuren bis in unsere Gegenwart hinterlassen. Jens Jessen widmet sich in seinem Essay den schönen und staunenswerten Überbleibseln einer Vormoderne, die unserer verbürgerlichten Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten geeignet sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2018

Werner Paravicini kann die von Jens Jessen als Summe seines Buches formulierte Vorstellung, die Lebensweise des Adels könnte irgendwann eine alternative Weise des Seins bieten, auf die die Menschheit eines Tages angewiesen sein könnte, nicht teilen. Die "Verlustanzeige", die der Autor unter raffinierter Auslassung Bourdieus nostalgisch erstattet, ist laut Rezensent geprägt von Kenntnis des Gegenstands, seiner Strukturen und Mechanismen, von Anekdoten und Humor, auch wenn es eigentlich um eine "ernste Sache" geht, wie Paravicini feststellt.
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