Aus dem Russischen von Thomas Weiler. Ein wahres Rap-Märchen aus Russland. Tolja und seine Freunde wollen rappen und damit richtig viel Geld machen. So wie ihre Vorbilder in den USA. Denn auch ihr eigener Alltag in Rostow am Don ist Mitte der 1990er Jahre von Armut, Drogen und Kriminalität geprägt. Bei Toljas erstem großen Konzert ist unter seinen Fans auch Lena, ein Mädchen, das anders ist als alle anderen. Doch als sie ihn aufspürt und ihm helfen will, von den Drogen wegzukommen, ist Tolja erst gar nicht begeistert. Dennoch ist es der Beginn einer ganz großen Liebe. Und auch seine musikalische Karriere nimmt weiter Fahrt auf. Andrej Gelassimow erzählt mit literarischem Furor und unvergleichlicher Authentizität vom märchenhaften Aufstieg eines Mannes, der Russlands wohl einflussreichster Superstar Basta sein könnte. Und von der Sehnsucht nach dem Flow - in der Musik und im Leben. Andrej Gelassimow erzählt vom märchenhaften Aufstieg eines Mannes, der Russlands wohl einflussreichster Rap-Superstar Basta sein könnte, und setzt dabei einer ganzen Generation russischer Rapper ein Denkmal.
Rezensentin Marielle Kreienborg empfiehlt Andrej Gelassimows neuen Roman mit leichten Einschränkungen. Erzählt wird die Geschichte des Jugendlichen Tolja, der im russischen Rostow der Neunziger aufwächst, mit Dope dealt, Heroin spritzt und bald zum Entzug im Kloster überwechselt. Es ist die Lebensgeschichte des russischen Rappers Basta, klärt uns die Rezensentin auf, die ganz dankbar ist, dass Gelassimow sich mehr auf die Biografie und weniger auf die Rapgeschichte verlegt. Denn jene Passagen, in denen der Autpor Rap und Jugendslang zu imitieren versucht, geraten, zumindest in der Übersetzung, recht bemüht, meint sie. Dennoch erliegt sie bald dem Sog des Romans, spätestens wenn Gelassimow das derb-herzliche Klosterpersonal beschreibt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.11.2021
Dass es in Andrej Gelassimows Roman über den echten russischen Rapper Basta gar nicht um Rap, sondern um Kapitalismus gehen soll, wie der Autor angab, kann der hier rezensierende Schriftsteller Dimitrij Kapitelman nicht wirklich nachvollziehen. Schließlich erzähle der Roman ausführlich von der Liebe zur Musik des jungen Basta, der während der 90er Jahre perspektivlos im russischen Rostow am Don aufwächst, gleichzeitig heroinabhängig und erfolgreicher Rapper wird und nach einer Auszeit im Kloster zurück ins Leben und Musikbusiness findet. Den zweiten Teil des Buchs, der im Kloster spielt, empfindet der Kritiker als gelungener und angenehmer, was mit Sicherheit hauptsächlich an der "schieren Unmöglichkeit" liege, Rostower Straßenslang aus den 90er Jahren ins Deutsche zu übersetzen - Bestätigung findet der Kritiker hier bei seinen russischen Kollegen. Den deutschen Titel hätte man sich noch einmal überdenken können, merkt Kapitelman außerdem an - der sei zwar "knallig", tue aber nichts für die Aufarbeitung von deutschem Antislawismus, mahnt der Rezensent.
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