Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2001
Karl-Heinz Ott gefällt an diesen literarischen Reportagen besonders die "zweite Reflexion (...), die sich nicht mehr die Mühe geben muss, ein kritisches Bewusstsein auszustellen". Damit unterscheiden sich Angelika Overaths Reportagen seiner Ansicht nach denen vieler anderer Autoren, die "mit ironischer Süffisanz und soziologischen Klugheiten nicht sparen". Ott zeigt sich beeindruckt davon, dass die Autorin ihre eigene Person in den Hintergrund stellt und in ihren facettenreichen Reportagen, die mal von einem jugoslawischen Zimmermädchen in der Schweiz handeln, mal von balinesischen Ureinwohnern oder bretonischen Algenpflückern, ein "stilles Staunen" zum Ausdruck bringt. In stilistischer Hinsicht diagnostiziert der Rezensent eine "filmische Dramaturgie", mit der auch Stimmungen und Sinneseindrücke vermittelt werden sowie ein belletristisches Talent, an dem es seiner Ansicht nach nichts zu kritisieren gibt. Nicht zuletzt wird bei der Lektüre deutlich, so Ott, dass es trotz Globalisierung auch in "Zentren" noch allerhand "individuellen und kulturellen Eigensinn" gibt.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…