Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2001
Karl-Heinz Ott gefällt an diesen literarischen Reportagen besonders die "zweite Reflexion (...), die sich nicht mehr die Mühe geben muss, ein kritisches Bewusstsein auszustellen". Damit unterscheiden sich Angelika Overaths Reportagen seiner Ansicht nach denen vieler anderer Autoren, die "mit ironischer Süffisanz und soziologischen Klugheiten nicht sparen". Ott zeigt sich beeindruckt davon, dass die Autorin ihre eigene Person in den Hintergrund stellt und in ihren facettenreichen Reportagen, die mal von einem jugoslawischen Zimmermädchen in der Schweiz handeln, mal von balinesischen Ureinwohnern oder bretonischen Algenpflückern, ein "stilles Staunen" zum Ausdruck bringt. In stilistischer Hinsicht diagnostiziert der Rezensent eine "filmische Dramaturgie", mit der auch Stimmungen und Sinneseindrücke vermittelt werden sowie ein belletristisches Talent, an dem es seiner Ansicht nach nichts zu kritisieren gibt. Nicht zuletzt wird bei der Lektüre deutlich, so Ott, dass es trotz Globalisierung auch in "Zentren" noch allerhand "individuellen und kulturellen Eigensinn" gibt.
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