Sieben Jahre nach Ende des dritten Weltkriegs. Wirtschaftskonzerne regieren den ehemaligen Nordblock. Geschlechterunterschiede gibt es nicht mehr. Zumindest an der Oberfläche. Ashur und Elf leben im Untergrund. In virtuellen Räumen, in U-Bahn-Schächten, in der Kanalisation. Obwohl sie einander nicht kennen, haben sie etwas gemeinsam: Sie träumen. Von vergangenen Zeiten, von sich, von einander, in veränderter Gestalt. Ashur wird Adina wird Ana Luz. Elf wird Emrys wird Eva. Und nichts ist mehr, wie es schien.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2013
Neu und anders findet Dietmar Dath diesen Roman von Anja Kümmel. Dath spricht von Narrativen, die keine Unterscheidung mehr machen zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, sondern diese Kategorien aufeinander beziehen. Für Dath ergeben sich so Möglichkeiten, gegen technokapitalistische Heilsverprechen anzugehen. "Erzählende Möglichkeitsforschung" nennt er das freudig erregt, und das Buch das beste deutschsprachige Beispiel dafür. Dass der Leser sich erst einlesen muss, bis er Orwell und Huxley von ferne winken sieht, wird belohnt, meint Dath. Nicht von Sarkasmus, nicht von Pathos, sondern von Seltsamkeiten, die der Geschichte der Produktion und der Macht entspringen, wie Dath schreibt. Alles ist wirklicher, als einem lieb sein kann.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…