Essays über Elias Canetti, Paul Celan, Emily Dickinson, Franz Kafka, Imre Kertesz, Herman Melville, Amos Oz, Sylvia Plath, Rainer Maria Rilke und viele andere. Der Literatur ist die Sehnsucht nach dem Unsagbaren und der Grenzgang zwischen Sprache und Schweigen nicht auszutreiben. Ihre besten und bleibendsten Werke wissen um die Grenze des Sagbaren und nähern sich doch mit Vehemenz immer wieder den Mysterien des Lebens. Wie Literatur das tut, dem versucht Anna Mitgutsch in diesem Band nachzugehen. Ihre Essays reichen von der Bedeutung des Horizonts und des Schweigens in der Kunst über den Zivilisationsbruch der Shoah bis zu den Themen Heimat und Fremde, Exil und Emigration, Freiheit und Macht. Sie berühren Literatur ebenso wie Philosophie und Religion.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2014
Hymnisch bespricht Rezensent Mirko Bonne Anna Mitguschs neue Essaysammlung "Die Welt, die Rätsel bleibt". Die Autorin, die der Kritiker als "Glücksfall" für die zeitgenössische Essayistik würdigt, habe in diesem Band ihre brillanten, seit 1998 veröffentlichten Porträts und Analysen zu Literatur, Gesellschaft und Religion zusammengetragen und zugleich ihre Grazer Poetikvorlesungen "Erinnern und Erfinden" fortgeschrieben. Scharfsinn und Tiefgründigkeit attestiert der Kritiker den Essays ebenso wie Präzision, Erhabenheit und Wärme. Kein "Anekdotennebel", dafür umso mehr Lebendigkeit bestimmen die siebzehn Texte, die in den vier thematisch geordneten Kapiteln "Porträts", "Literatur", "Transzendenz" und "Fremdsein" aufeinander aufbauen. Und so liest der hingerissene Rezensent etwa einen fiktiven grandiosen Brief an die Dichterin und Selbstmörderin Sylvia Plath, Gedanken zu Emily Dickinson, William Turner oder Caspar David Friedrich und Reflexionen etwa über Künstler in totalitären Diktaturen. Dabei gelinge es Mitgusch auf exzellente Art und Weise große Themen wie Negative Theologie oder die Abwesenheit Gottes bildgewaltig und eindringlich zu erörtern. Mitguschs Texte sind nicht nur mitreißend und spannungsgeladen, sondern stellen bei allem Anspruch der Themen auch das Erleben immer in den Mittelpunkt, lobt der berauschte Kritiker.
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