Aus dem Französischen von Maja von Vogel. In einem Haus an der südlichsten Spitze Chiles, wo nichts ist als steinige Erde und Wind, wächst Paolo auf wie ein kleines Tier oder eine zähe Pflanze. Bis zu dem Tag, an dem Angel Alegria auftaucht, ein Mörder auf der Flucht. Ohne Zögern tötet er Paolos Eltern; er bringt es aber nicht übers Herz, Hand an den Jungen zu legen. Stattdessen beginnt er, sich um ihn zu kümmern. Als dann auch noch Luis auftaucht, der Paolo Lesen beibringt, kämpfen sogar zwei Männer um die Vaterrolle, und Paolo erfährt eine Art von Glück. Aber auch in dem kleinen Haus am Ende der Welt sind die drei nicht sicher vor ihrer eigenen Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.05.2014
In "Der Mörder weinte" erzählt Anne-Laure Bondoux die Geschichte von dem jungen Paolo und Angel, dem Mörder seiner Eltern, der es nicht übers Herz brachte, das Kind zu töten, berichtet Siggi Seuß. In gewohnt schonungsloser Manier nimmt sich Bondoux der "Versteinerungen verletzter Seelenwelten" an, beschreibt, wie sich langsam eine zerbrechlichen Zuneigung zwischen den beiden unterschiedlichen Charakteren entwickelt, die immerzu vom Chaos ihrer Außen- und Innenwelten bedroht ist, fasst der Rezensent zusammen. In der Abgeschiedenheit einer alten Holzfällerhütte scheinen sie dann endlich zur Ruhe kommen zu dürfen - die ist ihnen allerdings nicht vergönnt, verrät Seuß.
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