Mit einem Vorwort von Romani Rose. Willy Blum war sechzehn Jahre alt, als er in Auschwitz Birkenau ermordet wurde. Von ihm blieb nur ein Name auf einer Liste, neben dem durchgestrichenen Namen Jerzy Zweigs, der durch Bruno Apitz' Roman "Nackt unter Wölfen" weltberühmt wurde.
Über Willy Blum und seine Familie wusste man bislang nichts. Annette Leo hat sich auf die Suche gemacht und erzählt die Geschichte der Familie Blum und zugleich auch die Geschichte des Verschweigens einer Opfergruppe in der Nachkriegszeit: die der Sinti und Roma.
Zu oft wird in Deutschland vergessen, dass nicht nur Juden, Kommunisten und Homosexuelle Opfern der Nationalsozialisten wurden, sondern auch 500 000 Sinti und Roma, erklärt Rezensent Christoph Dieckmann und hofft, dass dies mit Annette Leos Buch wenigstens ein Stück weit bekannter wird. Leos Buch ist Roman und Reportage in einem, lesen wir, und die zugrunde liegenden Nachforschungen nach Meinung Diechmanns längst "überfällig". Im Mittelpunkt steht Willy Blum, das Kind, das an Stelle des von kommunistischen Häftlingen geretteten jüdischen Jungen Stefan Jerzy Zweig sterben musste, dessen Geschichte in der DDR-Heldensaga "Nackt unter Wölfen" erzählt wird. Willy Blum stammte aus einer Sinti-Familie, erfahren wir, die wegen ihrer angeblichen "volksfremden" Abstammung verfolgt wurde. Doch Leo erzählt nicht nur von Mord und Verfolgung, sondern auch von den erniedrigenden Prozeduren, denen sich die Überlebenden nach dem Krieg aussetzen mussten, bevor man ihre Verfolgung anerkannte, so Dieckmann, dankbar, dass Leos Buch ihn aufgeklärt hat.
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