Antoine Leiris

Danach, das Leben

Cover: Danach, das Leben
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2020
ISBN 9783103970449
Gebunden, 192 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Doris Heinemann. Sie war die Liebe seines Lebens. 2015 wird Hélène beim Anschlag auf das Pariser Bataclan ermordet. Antoine Leiris bleibt mit dem gemeinsamen Sohn Melvil zurück, der erst 17 Monate alt ist. Zehntausende haben "Meinen Hass bekommt ihr nicht" gelesen, das Buch, in dem Antoine Leiris kurz nach Hélènes Tod über seinen Schmerz schreibt und über den Willen, sich nicht von Hass zermürben zu lassen. Fünf Jahre später erzählt er in "Danach, das Leben", wie er seine Trauer Schritt für Schritt bewältigte. Für seinen Sohn und gemeinsam mit ihm. Eines Morgens, ein Jahr danach: Antoine packt die Schätze, die ihm von Hélène geblieben sind, in schwarze Säcke. Zusammen mit dem kleinen Melvil trägt er sie nach unten, um sie den Müllmännern zu übergeben. Keine Tränen - Melvil ist stolz, seinem Vater zu helfen. Für Antoine ein Akt der Befreiung, des Loslassens, ein Schritt zurück ins Leben. Einer von vielen.So zieht sich der Schmerz Stück für Stück zurück, mit jedem Jahr, das vergeht. Doch obwohl die Trauer verblasst, wird Hélène ihn nie verlassen. Sie bleibt wie ein guter Geist, die Erinnerung an eine einzigartige Liebe. Er aber ist ein anderer geworden. Ein liebender Vater, der wieder gelernt hat, unbeschwert mit seinem Sohn zu lachen. Gemeinsam sind sie stark, besiegen die Dunkelheit. Ein Buch über Trauer, die Liebe und das Leben.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 26.11.2020

Gar nicht zufrieden ist Rezensentin Nora Karches mit diesem Bericht vom Leben nach der Tragödie. Fasziniert hat sie der Gedanke, dass der Autor eifersüchtig ist auf die von ihm selbst kreierte Figur des liebenden, überforderten Vaters in seinem ersten Buch über das Schicksal als Witwer einer Frau, die bei dem Attentat im Bataclan ermordet wurde. Aber dieser interessanten Idee geht er nicht nach, moniert die Kritikerin. Zudem streut er viele schief-blumige Sprachbilder ein, die seine Übersetzerin leider, so die Kritikerin, übernommen hat. Nur durch einige wenige, eher nüchtern-harte Passagen spürt Karches, wie gut der Autor über seine Erfahrung nach der Katastrophe auch hätte schreiben können.