Anton Tschechow

Über Theater

Cover: Über Theater
Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783886612659
Gebunden, 339 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Peter Urban. Herausgegeben von Peter Urban und Jutta Hercher. Der Band enthält die frühen Theaterkritiken des angehenden Journalisten sowie die bisher auf deutsch unveröffentlichte Glossensammlung 'Splitter des Moskauer Theaterlebens'. Sie zeigen eine kaum bekannte Seite von Anton Tschechow: ironisch, sarkastisch bisweilen, und moralischin der Schilderung des kommerziellen Theaterbetriebs, von dem er sich später entschieden abgesetzt hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.07.2004

Anton Tschechow hat zwar nie theoretisch über das Theater geschrieben, betont Benjamin Henrichs, doch hat er sich in seinen Briefen, Theaterkritiken und Erzählungen wiederholt zum Theater geäußert, was jetzt von den Herausgebern Peter Urban und Jutta Hercher in diesem Buch versammelt wurde. Der Rezensent preist das Ergebnis dieser Sammelaktion in den höchsten Tönen. Es sei das "tollste, vor allem aber nützlichste" Buch über das Theater, nützlich zu jeder "Jahreszeit" und für "jede nur vorstellbare Theaterkrise", schwärmt Henrichs. Schon der den Band eröffnende Text, in dem Tschechow den größten Theaterstar seiner Zeit, Sarah Bernhardt, wegen ihrer Künstlichkeit angreift, ist dem Rezensenten eine "Gründungsschrift für das künftige Tschechowsche Theater". Dem Schriftsteller ging es um ein weniger lautes, weniger dramatisches Bühnengeschehen und er warnte vor "pompösen Effekten", wie sie zu der Zeit üblich waren, erklärt Henrichs. In dieser vom Schriftsteller propagierten Zurückhaltung steckt für den begeisterten Rezensenten eine "Neuverzauberung der Welt", die den Reiz und die Kraft des Tschechowschen Theaters ausmachen. Für ihn stellt sich Tschechow selbst in seinen Texten zum Theater als die "schönste aller Tschechow-Figuren" dar und er rühmt diesen Band als "Medizin", die sowohl gegen den "Kitsch" als auch "gegen die Kälte" wirksam ist und die immer dann gereicht werden sollte, wenn das Theater mal wieder in der Krise steckt.

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