Träume sind die besten Erzählungen - meinte zumindest der Surrealismus und lieferte nicht immer ganz überzeugende Beispiele für diese Behauptung. Womit Breton & Co - und auch Freud - aber auf jeden Fall recht hatten: Träume sind eine unerschöpfliche Quelle aberwitzigen Humors und absurdester Einfälle. Man muss sie nur noch in die rechte Form bringen: "ihr Schriftsteller habt es gut, es kann kommen, was will, ihr braucht nur einen Stift und ein Blatt Papier und könnt sofort wieder mit der Arbeit beginnen", sagt (nach einem gewaltigen Erdbeben) jemand zum Schriftsteller Erich Hackl - jedenfalls in einer Fian'schen Traumszene.
Merkwürdiges Vergnügen hat der darüber selbst staunenden Katharina Granzin die Lektüre dieser "miniatürlichen" Texte bereitet, bei denen es sich den Angaben ihres Autors zufolge um aufgeschriebene Träume handeln soll. Es passiert, wie wir lesen, manch Absonderliches und gar Absurdes darin. Die Kritikerin bescheinigt dem Buch außerdem eine außergewöhnlich hohe Dichte von erheiternden Momenten, wozu sie unter anderem auch einen Striptease von Elfriede Jelinek zählt. Das Traumhafte der Texte zeigt sich für sie außerdem darin, dass es kaum eines dieser Prosastücke schafft, ihr länger im Gedächtnis zu bleiben, weshalb man es alle paar Wochen wieder wie neu lesen könne.
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